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Kraft der frühen Erfahrungen der Mädchen und Jungen, die die Beziehungen zu anderen Menschen immer wieder stören. „Der Terror entsteht dadurch, dass außer dem Patienten und dem Therapeuten noch eine dritte Person anwesend zu sein scheint. Diese dritte Person ist der Täter.“ (Lister, zit. n. Herman 1993, S. 188) Gegenreaktionen sind nicht zu vermeiden. Ein für die Beziehungsarbeit unerlässliches Instrument, die Einfühlung, fordert die professionellen Helferinnen auf, die Position und die Geschichte des Mädchen oder Jungen aus herausfordernden Lebensumständen zumindest zeitweise zu verstehen. Weniger intensiv als die Kinder erleben sie dann die Gefühle von Angst, Ohnmacht, Verwirrung. Dieses Erleben bezeichnen Psychoanalytiker als die konkordante (deckungsgleiche) Gegenübertragung. Die Bezugspersonen können unbewusst die Situation des ausgelieferten hilflosen Kindes mitund/oder nacherleben. Die konkordante Identifikation kann das Gefühl auslösen, alleine zu stehen, keine Unterstützung zu haben. Möglicherweise werden die Pädagoginnen handlungsunfähig. Ohnmacht und Hilflosigkeit können dann dazu führen, dass sie ihre eigenen Grenzen übergehen und zur Kompensation dieser Gefühle in die Rolle der Retter schlüpfen (komplementäre oder ergänzende Gegenreaktion). Oder sie resignieren und werden depressiv, erschöpft bis hin zum psychischen ausgebrannt-Sein. Sie schwanken zwischen Allmacht und Ohnmacht. Dieses Schwanken zwischen Ohnmacht und Allmacht ist auch als ein Verhalten traumatisierter Kinder bekannt. Die bisherigen Erfahrungen der Mädchen und Jungen provozieren geradezu als Gegenreaktion eine Bindungsfalle (7.2). Die Kinder empfinden den Mangel an Beziehung. Sie haben einen starken Wunsch nach Auflösung der früheren Deprivations- und Vernachlässigungserfahrungen. In der Gegenreaktion können Pädagog*innen zum ‚impertinent liebenden Menschen‘ werden, der es immer gut meint. Sie möchten eine besonders gute Beziehung herstellen, ohne die begrenzte Beziehungsfähigkeit der traumatisierten Kinder zu beachten: