2026-001/knowledge-base/praxis/section_02_denken-und-handeln.evidence.md

160 lines
9.3 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

# Evidence: Denken und Handeln Eine transdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Konzept Kooperative Prozessgestaltung
Source document: [praxis](../../documents/praxis/praxis.md)
---
## Reference 1
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** Denken und Handeln Eine transdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Konzept Kooperative Prozessgestaltung
- **Pages:** 52
- **Lines:** 585585
- **Quote:** "Das Konzept Kooperative Prozessgestaltung (KPG) will einen Orientierungsrahmen zur Strukturierung des professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit bieten. Dabei wird postuliert, dass professionelles Handeln in Phasen des Denkens eingebettet ist. Dem Handeln soll ein vorausschauendes Denken vorangehen und eine nachträgliche Reflexion folgen. Als Ko-Autorin des Konzepts KPG will ich diesen Anspruch im Folgenden kritisch hinterfragen."
## Reference 2
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** 1 Vorausschauendes Denken und Planen -Intuition -nachträgliche Reflexion: Zur Auswahl der Vergleichskonzepte
- **Pages:** 53
- **Lines:** 601601
- **Quote:** "1 In einem seit Anfang 2016 laufenden Forschungsprojekt Kooperative InstrumenteEntwicklung zur Förderung von Qualität und Effizienz in der Sozialen Arbeit untersuchen wir gegenwärtig gemeinsam mit mehreren Praxisorganisationen u. a. diese Effizienz-Hypothese."
## Reference 3
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** 2 In Sekundenschnelle handlungsfähig werden dank intelligenter Vermutungen (Gigerenzer)
- **Pages:** 55
- **Lines:** 617617
- **Quote:** "»Eine Intuition oder ein Bauchgefühl ist ein Urteil, das 1. unvermittelt im Bewusstsein auftaucht, 2. dessen tiefere Gründe uns nicht ganz bewusst sind, 3. das stark genug ist, um danach zu handeln.« (Ebd.:46)"
## Reference 4
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** Vergleich mit KPG und Folgerungen
- **Pages:** 56
- **Lines:** 633633
- **Quote:** "2 Oder an anderer Stelle, Forschungsergebnisse zusammenfassend: »experienced burglars and policemen follow the take-the-best heuristic, whereas inexperienced students in the laboratory apper to weight and add cues the rational way«(Gigerenzer et al. 2011:xxii)."
## Reference 5
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** Vergleich mit KPG und Folgerungen
- **Pages:** 57
- **Lines:** 647647
- **Quote:** "Selbstverständlich gäbe es noch weitere Deutungsvarianten und Interventionsmöglichkeiten. Falls die Intervention nicht erfolgreich war und zum angestrebten Ziel geführt hat, beginnt die Arbeit mit der Faustregel aufs Neue ( Was hatte ich nicht beachtet/übersehen? Worum geht es denn eigentlich? Welche Erklärung gibt es noch? )."
## Reference 6
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** 3.1 Zwei Modi des Denkens
- **Pages:** 59
- **Lines:** 665665
- **Quote:** "»Jumping to conclusions is efficient if the conclusions are likely to be correct and the costs of an occasionable mistake acceptable, and if the jump saves much time and effort. Jumping to conclusions is risky when the situation is unfamiliar, the stakes are high, and there is no time to collect more information. These are the circumstances in which intuitive errors are probable, which may be prevented by a deliberate intervention of System 2.« (Ebd.:79)"
## Reference 7
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** 3.3 Vergleich mit Gigerenzer, KPG und Folgerungen
- **Pages:** 61
- **Lines:** 688688
- **Quote:** "3 Insbesondere Novizen in einem Fach würden anstelle von wissens- und erfahrungsbasierten Intuitionen unbemerkt oft vereinfachende Heuristiken von System 1 nutzen (z. B. Verfügbarkeits-Heuristiken, also jene Informationen verwenden, die leicht zugänglich sind, einem sofort in den Sinn kommen, oder Substitutions-Heuristiken, bei der eine schwierige durch eine einfache Frage ersetzt wird). Darin bestehe der entscheidende Unterschied zu wirklichen Experten (vgl. Kahneman 2011:135)."
## Reference 8
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** 3.3 Vergleich mit Gigerenzer, KPG und Folgerungen
- **Pages:** 63
- **Lines:** 702702
- **Quote:** "Das Konzept KPG ist zunächst im Kontext der Lehre entstanden, um Studierenden Wissen über professionelles, methodisch-strukturiertes Handeln zu vermitteln und ihren Kompetenzerwerb zu unterstützen. Ab und an staune ich, mit wie wenig Fragen manche Studierende ihr Studium beginnen. V. a., wenn sie schon länger in der Berufspraxis Sozialer Arbeit tätig waren, organisationsbezogene Praktiken und eine bürokratische Logik internalisiert haben, scheint für sie vieles schon klar zu sein."
## Reference 9
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** 4.1 Struktur von reflection-in-action
- **Pages:** 64
- **Lines:** 720720
- **Quote:** "Professionsübergreifend zeigte sich die folgende Struktur bei diesem Nachdenken im Tun :"
## Reference 10
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Section:** 4.1 Struktur von reflection-in-action
- **Pages:** 66
- **Lines:** 738738
- **Quote:** "merkt in einer sich selbst verstärkenden Schlaufe hängen bleiben (vgl. ebd.:281 -283)."
## Reference 11
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Chapter:** Denken und Handeln
- **Section:** 1 Vorausschauendes Denken und Planen -Intuition -nachträgliche Reflexion: Zur Auswahl der Vergleichskonzepte
- **Pages:** 53
- **Lines:** 596596
- **Quote:** "Es wäre naheliegend, die analytische Phase als die Phase des Denkens zu bezeichnen, und der Begriff Handlungsphase bringt bereits den Fokus auf das Handeln zum Ausdruck. Eine Dichotomisierung greift allerdings zu kurz."
## Reference 12
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Chapter:** Denken und Handeln
- **Section:** 2 In Sekundenschnelle handlungsfähig werden dank intelligenter Vermutungen (Gigerenzer)
- **Pages:** 55
- **Lines:** 616616
- **Quote:** "»Eine Faustregel oder Heuristik ermöglicht uns, eine Entscheidung schnell zu treffen, ohne viel Informationssuche und doch mit einem hohen Mass an Genauigkeit« (ebd.:44)."
## Reference 13
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Chapter:** Denken und Handeln
- **Section:** Vergleich mit KPG und Folgerungen
- **Pages:** 57
- **Lines:** 636636
- **Quote:** "Das Konzept KPG betrachte ich als theoretischen Bezugsrahmen für die Herleitung solcher Faustregeln (was an anderer Stelle auch explizit als eine Funktion des Prozessgestaltungsmodells im beruflichen Alltag bezeichnet wird; vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:45)."
## Reference 14
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Chapter:** Denken und Handeln
- **Section:** 3.1 Zwei Modi des Denkens
- **Pages:** 59
- **Lines:** 658658
- **Quote:** "System 1 funktioniert spontan, schnell, automatisch. Es ist immer aktiv, reagiert impulsiv, intuitiv, unbewusst, arbeitet assoziativ, stereotypisierend und emotional. System 2 hingegen arbeitet langsam, dafür aber logisch und präzise, das Denken erfolgt bewusst, erfordert Aufmerksamkeit, Anstrengung und mentale Energie."
## Reference 15
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Chapter:** Denken und Handeln
- **Section:** 3.2 Intuition und Expertise
- **Pages:** 61
- **Lines:** 679679
- **Quote:** "»Some intuitions draw primarily on skill and expertise acquired by repeated experience« (vgl. ebd.:185)."
## Reference 16
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Chapter:** Denken und Handeln
- **Section:** 3.3 Vergleich mit Gigerenzer, KPG und Folgerungen
- **Pages:** 62
- **Lines:** 695695
- **Quote:** "Kahnemans Empfehlung zur Vermeidung von Fehlurteilen und zur Einübung von skilled intuitions lautet: Innehalten -bewusst Denken -Üben. Das lässt sich als Plädoyer für das Konzept KPG lesen, zielt dieses doch darauf ab, das Denken vor dem Handeln zu habitualisieren (vgl. Hochuli Freund/Stotz 2015:325ff., Hochuli Freund/Sprenger-Ursprung 2016:55)."
## Reference 17
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Chapter:** Denken und Handeln
- **Section:** 4 Reflection-in-action : Einheit von Denken und Handeln (Schön)
- **Pages:** 64
- **Lines:** 713713
- **Quote:** "»In his day-to-day practice he makes innumerable judgements of quality for which he cannot state adequate criteria, and he displays skills for which he cannot state the rules and procedures. Even when he makes conscious use of research-based theories and techniques, he is dependent on tacit recognitions, judgments, and skillfull performances.« (Ebd.:49f.)"
## Reference 18
- **Document:** Kooperative Prozessgestaltung in der Praxis
- **Chapter:** Denken und Handeln
- **Section:** 4.1 Struktur von reflection-in-action
- **Pages:** 66
- **Lines:** 737737
- **Quote:** "»An overarching theory does not give a rule that can be applied to predict or control a particular event, but it supplies language from which to construct particular descriptions and themes from which to develop particular interpretations. [ … ] If a practitioner has such a theory, he uses it to guide his reflection-in-action.« (Ebd.:273f.)"