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4.1.1 Die Funktionen der Familie: Sozialisation und
Enkulturation, Haushaltsorganisation und soziale
Platzierung der Kinder
Der Begriff Familie bezeichnet im allgemeinsten Sinn ein System, in
dem Kinder und für sie sorgende Erwachsene als primäre
Bezugspersonen langfristig zusammenleben. Nur durch Kinder wird
eine langfristige Beziehung erwachsener Menschen zu einer Familie.
Die Familie ist auch in der postmodernen individualisierenden
Gesellschaft immer noch das wichtigste Sozialisations- und
Enkulturationssystem. Als klassische Kernfamilie und in ihren
vielfältigen Variationen ist sie im Normalfall das Feld der „primären
Sozialisation“.1
Sozialisation und Enkulturation sind zwei sich ergänzende
soziologische Konzepte. Sozialisation bezieht sich umfassend auf die
Vergesellschaftung des Kindes und darüber hinaus auch des
Erwachsenen in den primären, sekundären und tertiären Systemen
der Sozialisation.
„Sozialisation wird mit Bezug auf das Rollenkonzept des sozialen
Handelns definiert. Sie wird als ein Vorgang der Integration in
bestehende Rollensysteme verstanden“ (Habermas 1968, S. 2).
Enkulturation
bezieht
sich
innerhalb
der
Sozialisation
schwerpunktmäßig auf die Integration der Menschen in die
Symbolsysteme (siehe 2.4.3.2.2.2) und kulturellen Inhalte der
Gesellschaft Literatur, Kunst, wissenschaftliche Theorien, familiäre
Geschichten, Spiele, das Internet usw.
Alle Themen der Vergesellschaftung des Menschen lassen sich
unter diesen beiden Perspektiven beleuchten.
Sozialisation und Enkulturation sind interaktive und lebenslange
Prozesse.
Nicht nur Kinder werden durch die Eltern und andere soziale
Institutionen vergesellschaftet, sondern auch ihre Eltern und
professionellen Erzieherinnen. Sozialisation ist ein gemeinsamer