2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/132.md

32 lines
1.7 KiB
Markdown

3.1
Das ökosoziale Modell der Systemebenen
von Uri Bronfenbrenner im Überblick
Uri Bronfenbrenner, ein US-amerikanischer Entwicklungspsychologe,
hat ein Modell entwickelt, in dem unterschiedliche soziale Systeme als
Teile eines übergeordneten Ganzen miteinander in Beziehung
gebracht werden. Er unterscheidet „Mikro-, Meso-, Exo- und
Makrosysteme“. Ich habe zusätzlich das in diesen Systemen
handelnde und sie zugleich beobachtende Subjekt als eigenes
Subjektsystem eingeführt. Zugleich sind in Abbildung 16 einzelne
sozialwissenschaftliche Bereiche genannt, die sich mit den
entsprechenden Systemen befassen. Die in und mit ihnen handelnde
Sozialarbeiterin kann deren Modelle und Theorien für ihre
Beobachtungen, Theoriebildungen und Interventionen nutzen.
Die Sozialisationssysteme Familie, Schule, Kindergarten und
Betrieb können durch dieses Modells miteinander und mit für sie
bedeutsamen anderen Systemen der Gesamtgesellschaft in
Verbindung gebracht werden. Ausgangspunkt ist dabei immer eine
Person, von der ausgehend die Beziehungen zwischen den Systemen
beschrieben werden. Bei Bronfenbrenner war dies das Kind in einer
Familie, das von vornherein als Person in Beziehung zu und nicht als
Individuum für sich verstanden wird. Wir können für andere
Zusammenhänge auch andere Personen bzw. Rollenträgerinnen als
Ausgangspunkt der ökosystemischen Modellkonstruktion wählen, z. B.
einen arbeitslosen erwachsenen Menschen, eine allein erziehende
Mutter, die Lehrerin eines in der Schule auffälligen Kindes. Diese
Person ist als Trägerin gesellschaftlich zugewiesener Rollen
verstehbar und zugleich als ein in soziale Kontexte eingebettetes
psychosomatisches System.