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Natur. Es ist von intensivster Wirklichkeit. Es ist das Erhoffte,
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welches wahr wird“ (von Franz 1981, S. 5).
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Treffen Menschen unterschiedlicher Kulturkreise zusammen,
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müssen sie, um Missverständnisse zu vermeiden, auch ihre
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Zeitvorstellungen koordinieren.
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Soziale Zeit „impliziert, die Zeit als ein Mittel der sozialen
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Koordination anzusehen, das heißt, dass sie einen
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instrumentellen Wert hat“ (Boscolo u. Bertrando 1994, S. 73;
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Hervorh. im Orig.). Zeit dient hier als Uhrzeit für Absprachen,
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vorab festgelegte Handlungsabfolgen, Zusammenkünfte,
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Arbeitsteilung und kollektive Arbeitseinsätze; als Jahreszeit
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ermöglicht sie den Kalender und dadurch langfristige
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Planungen. Zeit dient auch dazu, einen Menschen als Träger
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verschiedener Rollen in unterschiedlichen Kontexten zu
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definieren.
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„In den Städten entstand zum ersten Mal das Bedürfnis, die
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Individuen in unterschiedliche Zeiten ‚aufzuteilen‘. Der
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mittelalterliche Bauer war für 24 Stunden des Tages Bauer, ein
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Bürger konnte jedoch bis zu einer bestimmten Uhrzeit
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Handwerker sein, dann Mitglied einer Versammlung etc.“ (ebd.,
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S. 79).
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Auch hinsichtlich der sozialen Zeit gibt es kulturelle
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Unterschiede. Diese lassen sich schon innerhalb des westlichen
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Kulturkreises feststellen. In bestimmten Ländern sind z. B. mit
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der Uhr gemessene Verspätungen ein akzeptierter Ausdruck
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der eigenen Individualität, in anderen werden sie als Verstoß
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gegen die kollektive Solidarität kritisiert oder zumindest nur
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widerwillig zur Kenntnis genommen. Zu diesen Konventionen
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gibt es allerdings in jeder Kultur auch Gegenbewegungen. In
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Michael Endes Buch Momo (Ende 1973) verweist uns die
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Geschichte der Titelheldin auf den Verlust an Lebensqualität,
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den uns die in den american dream verwandelte calvinistische
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Ethik (Weber 1969) unter dem Motto Time is money beschert
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hat.
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