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Raw Blame History

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Die aggressive Gegenreaktion

Aggressive Gefühle der Mädchen und Jungen, die dem Täter oder ihrer schwierigen Lebenssituation gelten, können bei Bezugspersonen Aggressionen auch den belasteten Kindern gegenüber auslösen. Im Kontext von Therapie mit Traumaopfern verweist J. L. Herman ausdrücklich darauf, dass die traumatische Gegenübertragung auch zu sadistischen Impulsen der Bezugspersonen führen kann (Herman 1993, S. 199). Wird zusätzlich noch eine zunehmende körperliche Aggression bei den Kindern beobachtet, kann das zu Aggressionen der Pädagog*innen auf die Schutzbefohlenen bis hin zu Hass führen. Sie lassen sich in eine aggressive Gegenreaktion verwickeln: „Es fällt ihnen, den Kindern, sehr schwer, aus dieser Rolle zu schlüpfen. Sie sehen den Erzieher als Feind. Man kann pädagogisch sinnvoll reagieren, wenn man als Erzieher gelernt hat, das zu ertragen. Man muss sich bewusst sein, dass das nicht persönlich gemeint ist. Die Gefühle machen einem einen Strich durch die Rechnung. Da muss man an der Aggression vorbeikommen und oft bleibt man in der aggressiven Auseinandersetzung stecken.“

Die sexuelle Gegenreaktion

Kindliche Sexualität und die Suche nach der sexuellen Identität ist ein Berührungspunkt zwischen den Mädchen und Jungen und den Pädagoginnen. Der sexuelle Aspekt der Misshandlung spiegelt sich dann in Gegenreaktionen wider und kann durchaus zu sexueller Erregung der Pädagoginnen führen, die erschrocken verdrängt oder verleugnet wird. Gerade in der Pädagogik fehlt die Übung, erotische und sexuelle Anziehung zu thematisieren. Manchmal gelingt es Pädagog*innen nach Information über sexuelle Gegenreaktionen, solche Gefühle in einem souveränen und offenen Team zu äußern. Die Fähigkeit, tabuisierte Gegenübertragungsgefühle zu kommunizieren, dient dem Schutz der Mädchen und Jungen vor Reviktimisierung und der Entlastung von Zweifel an der pädagogischen Integrität.