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136 Abbildung 3: Traumapädagogische Bindungskonzepte

Bindungsbalance stellt einen mittleren Abstand und die Balance zwischen distanzierter professioneller Reflexion und persönlichem Engagement her: „Als Modell für eine gute Beziehungsgestaltung fungiert für uns die Grundhaltung der Dialektisch Behavioralen Therapie von Marsha Linehan, der mittlere professionelle Beziehungsabstand und die Achtsamkeit auf die Grenzen der professionellen Helfer.“ (Schmid 2008, S. 8) Für belastete Kinder ist die Erfahrung, sie haben für jemanden Bedeutung, oft ganz neu. Sie beschreiben viele Jahre später die eine Stunde, den einen Moment, als die Kollegin, der Kollege für sie Zeit hatte und etwas Besonderes unternommen, vielleicht besonders zugehört hat, als exklusiv. Diese exklusive Beziehung (Weiß 2003) schließt nicht andere Kinder oder Pädagoginnen aus, sie schließt exklusive Momente ein. Die Heimerziehungsforschung ist eindeutig: Diese exklusiven Momente können die Nachteile der institutionellen Bedingungen wie Schichtdienst, Pädagoginnenwechsel, Beziehung als Broterwerb teilweise ausgleichen: „Sie suchen weiterhin nach dem Verlorenen oder erfolglos Gesuchten, nach Erwachsenen, die persönliche Verantwortung gerade für sie übernehmen würden, zu denen sie gehören konnten.“ (Wieland et al. 1992, S. 95)