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zu Interaktionen zwischen Eltern und Kind kommt, dann oft so, dass Bedürfnisse falsch wahrgenommen werden und inadäquat reagiert wird, dass z. B. auf hungriges Weinen Schimpfen oder Einsperren erfolgt. Die Tatsache, dass die Elementarbedürfnisse der Kinder missachtet werden, beeinflusst die körperliche, kognitive, emotionale und soziale Entwicklung: Als Frau Müller für ein Jahr in eine Psychiatrie muss, werden ihre Kinder – Julia (fünf Jahre alt), Sabine (vier Jahre alt) und Michael (drei Jahre alt) – im Heim untergebracht. Alle drei sind auch für ihr Alter sehr klein, Julia nimmt Sabine und Michael immerzu an die Hand. Sabine schaut vorsichtig durch ihre dicke Brille, Michael schleicht ängstlich hinter seinen Schwestern her. Sie wissen nicht, wie man Suppe isst, sie kennen keinen Löffel. Sie sprechen eine Sprache, die nur sie verstehen. Julia, Sabine und Michael waren häufig sich selbst überlassen. Sie sind in höchstem Maße körperlich, seelisch und geistig vernachlässigt.
Bei jungen Kindern kann der Mangel an wirksamen Interaktionen, Gefühlsbeziehungen und Stimulationen zu schweren Entwicklungsbeeinträchtigungen, zu erheblichen Rückständen in ihrer kognitiven und sozialemotionalen Entwicklung und zu Funktionslücken im Ich führen. So fielen dem Psychoanalytiker und Experimentalpsychologen René Spitz die deprivierten Kinder durch Inaktivität, Mattigkeit, leeren Gesichtsausdruck, verlangsamte und verzögerte motorische Reaktionen und eine verzögerte Entwicklung auf. Er kam zu dem Ergebnis, „[…] dass ein krasser Mangel an Objektbeziehungen die Entwicklung in allen Bereichen zum Stillstand bringt.“ (Spitz 1967, S. 296). Auch die Säuglingsforschung bestätigt den Zusammenhang zwischen Apathie und Vernachlässigung. Unter der fehlenden Stimulation und dem ebenfalls fehlenden Feedback der kleinen Mädchen und Jungen leiden ihre motorische Entwicklung und ihre Sprachentwicklung. Auch haben vernachlässigte Kinder keine bzw. geringere Möglichkeiten, sowohl Selbstreflexion als auch das Gefühl von Selbstwirksamkeit zu entwickeln, da das Fundament für die introspektive Auseinandersetzung mit der eigenen Person durch die primären Bezugspersonen gelegt wird. Die Selbstbewertungsfähigkeiten der Mädchen und Jungen hängen von angemessenen Reaktionen der Erwachsenen bei Erfolg oder