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Literatur
Gegenübertragungsphänomene sind abgemildert. In der Schule ist das Kind besser in der Lage, sich zu konzentrieren und Aufmerksamkeit zu halten. Strukturell betrachtet jedoch wird dieses Vorhaben keineswegs immer unterstützt. Engagierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen vernetzen sich daher häufig, ohne dafür bezahlt zu werden, und beteiligen sich aktiv und konstruktiv an Jugendhilfeprozessen. Gelingt es auf dieser Basis, in den jeweiligen Jugendämtern fachbereichsübergreifende Fallkonferenzen auch dialogisch zu organisieren, so laufen alle Informationen und bisherigen Hilfeversuche bei den Betroffenen selbst zusammen, und die Gefahr blinder Flecken in der Hilfeplanung ist minimiert. Das Vorgehen kann jedoch auf Dauer nicht am persönlichen Engagement der einzelnen Fachkräfte hängen. Zudem scheitert es häufig an gemeinsam geteilten Wissensbeständen zu klientelspezifischen Problemlagen (Gahleitner/ Schwarz/du Bois 2011). Das Wissen über die je Anderen und deren fachliche Arbeitsweise böte Einsicht in Möglichkeiten und Grenzen der Anderen sowie konstruktive Handlungsoptionen. Dafür bedarf es jedoch angemessener Ausbildungsgänge und auch der Bereitstellung angemessener finanzieller, personeller und struktureller Ressourcen. Durch gemeinsame fachbereichsübergreifende Fortbildungen und Informationsveranstaltungen zu spezifischen Themen kann diese Wissensbasis erweitert und geteilt werden. Unter diesen Bedingungen sind auch Handlungszwänge und institutionelle Grenzen einsichtiger, Reflexionsprozesse gedeihen und gemeinsame Lösungsmöglichkeiten entstehen.
Literatur Gahleitner, S. B. (2011): Das Therapeutische Milieu in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Trauma- und Beziehungsarbeit in stationären Einrichtungen. 3., aktualisierte Auflage. Bonn: Psychiatrie. Gahleitner, S. B./Andreae de Hair, I./Weinberg, D./Weiß, W. (2014/2017): Traumapädagogische Methodik: Diagnostik und Intervention. In: Gahleitner, S. B./Hensel, T./Baierl, M./Kühn, M./ Schmid, M. (Hrsg.): Traumapädagogik in psychosozialen Handlungsfeldern. Ein Handbuch für Jugendhilfe, Schule und Klinik. 3., unveränderte Auflage. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 251–279. Gahleitner, S. B./Schwarz, M./Bois, R. d. (2011): Interdisziplinäre Zusammenarbeit und neue Versorgungsformen: Chance und Herausforderung in komplexen Jugendhilfefällen. In: Gahleitner, S. B./Fröhlich-Gildhoff, K./Schwarz, M./Wetzorke, F. (Hrsg.): »Ich sehe was, was du nicht siehst …« Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedener Perspektiven in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Stuttgart: Kohlhammer, S. 171–187. Lebowitz, L./Harvey, M. R./Herman, J. L. (1993): A stage-by-dimension model of recovery from sexual trauma. In: Journal of Interpersonal Violence 8, H. 3, S. 378–391. Peichl, J. (2013/2021): Innere Kritiker, Verfolger und Zerstörer. Ein Praxishandbuch für die Arbeit mit Täterintrojekten. 6., unveränderte Auflage. Stuttgart: Klett-Cotta (Erstauflage 2013). Perry, B. D./Szalavitz, M. (2021): Der Junge, der wie ein Hund gehalten wurde. Was traumatisierte
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