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Die Pädagogik der Selbstbemächtigung – Eine traumapädagogische Methode
Mithilfe der Erklärung, wie dieser Mistkreis entsteht, werden die Kinder angeleitet, sich folgende Fragen zu stellen: »Wann passiert mir das? Wie oft? Wie kann ich da rauskommen? Oder soll mir jemand helfen?« Und so entsteht Verstehen und ein Gefühl, eine früher schwierige Situation mit anderen – und das ist nochmal ein korrigierendes Erlebnis »Ich bin ja nicht alleine, die kennen das ja auch und können helfen« – heute selbstbemächtigt meistern zu können.
Selbstregulation Die Selbstregulation beginnt mit dem Identifizieren der Trigger und Stimuli. Was triggert mich, was sind Anlässe zum z. B. Ausrasten und Erstarren? Wenn die Kinder und Jugendlichen wissen, was Trigger, was Übertragungen sind, können wir mit ihnen eine Gefahrenkarte (Abb. 5) erarbeitet werden. Zuerst werden die Kinder und Jugendlichen nach Auslösern gefragt wie: Gibt es Tage, die dich stressen? Uhrzeiten, Sätze, Anlässe etc.? Die Bewusstheit um Standardsituationen, in denen der Stresspegel immer steigt, z. B. Anforderungen in der Schule, alleine zu sein, hilft schon, diese sicherer zu bewältigen.
Abb. 5: Trigger und Stimuli erkennen (Weiß/Sauerer 2018, S. 75)
Der Körper ist unser Frühwarnsystem (Levine 2010, S. 172). Durch das Körperempfinden zeigt er an, wenn wir unter Stress geraten. Deshalb heißt Selbstregulation auch, Empfinden und Gefühle zu unterscheiden. Empfindungen sind körpergewordene Gefühle. Empfindungen sind als Frühwarnsystem schon da (Abb. 6), bevor sich die Gefühle einstellen. Für gestresste Kinder sind sie einfacher – weniger gefährlich – wahrnehmbar als Gefühle.