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Existenziellem Leid begegnen
Sekundäre Traumatisierung Existenzielle Berührung und Selbstfürsorge in pädagogischen Arbeitsfeldern Renate Jegodtka
Psychosoziale Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen berührt. Pädagog*innen werden in ihrer täglichen beruflichen Praxis mit dem konfrontiert, was Menschen anderen Menschen zufügen. Sie begegnen den weitreichenden Folgen, welche Trauma und Gewalt für das weitere Leben der Betroffenen haben können, und müssen sich mit den damit verbundenen individuellen, sozialen und strukturellen Problemkreisläufen auseinandersetzen. Die Begegnung mit den Folgen traumatisierender Überwältigung junger Menschen wirft existenzielle Fragen des »Mensch in der Welt Seins« auf. Psychosoziale Traumaarbeit kann bewirken, dass eigene Grenzen durchlässig werden und Sinn verloren geht. Die Auswirkungen dieser Arbeit auf die Fachkräfte und Möglichkeiten der Prävention sekundärer Traumatisierung stellen ein relevantes Thema dar. Dieser Artikel fasst die bisher vorliegenden theoretischen Konzepte zum Themenkomplex »Sekundäre Traumatisierung« kritisch zusammen. Die Belastungen psychosozialer Traumaarbeit werden als Teil der zentralen Wirkungen von man-made-disaster reflektiert und mögliche Wege zur Prävention Sekundärer Traumatisierung diskutiert.
Existenziellem Leid begegnen Traumatisierende Lebensereignisse prägen langfristig den einzelnen betroffenen Menschen, wirken in familiäre und andere soziale Beziehungen hinein, mischen Institutionen auf, verbreiten Stress, Gefühle der Unsicherheit und Leid. Schon nach einer einmaligen traumatischen Überwältigung, wie etwa durch einen Unfall oder eine Naturkatastrophe, ist nichts mehr wie zuvor: Die grundlegende Annahme, dass die umgebende Welt ein sicherer Ort sei, hat sich als Illusion erwiesen. In pädagogischen Arbeitsfeldern sind den dort tätigen Professionellen überwiegend junge Menschen anvertraut, zu deren Erfahrungsspektrum gehört, dass andere Menschen ihnen in sozialen und/oder in politischen Zusammenhängen Gewalt zufügten. »Man-made-disaster«, also durch Menschen absichtsvoll zugefügte Katas trophen, sind in besonderer Weise weitreichend. Nicht nur die dingliche Welt zeigt sich als unsicherer Ort, auch die Umwelt, von Jürgen Kriz (Kriz 2010, S. 143) als
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