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Raw Blame History

Das pädagogische Milieu

Dies bedeutet, dass das gesamte Helferinnensystem sich von Beginn an sehr kompetent mit dem Trauma beschäftigen muss im pädagogischen Alltag wie in therapeutischen Zusammenhängen. Expertinnen aus dem Bereich der Traumapädagogik betonen daher in verschiedensten Schattierungen »die Notwendigkeit eines Raumes stabiler sozialer Beziehungen« bzw. einer »heilende[n] Gemeinschaft[ ]« (Weiß 2023, S. 15), in der eine Pädagogik des Sicheren Ortes (Kühn 2023, S. 34) stattfinden kann. Dies kann nur über eine Verknüpfung verschiedener Bindungsund Beziehungsangebote innerhalb der Einrichtung (siehe Gahleitner/Kemptner/ Ziegenhain in diesem Band; Lang in diesem Band) erfolgen, über »schützende Inselerfahrungen« (Gahleitner 2005, S. 63; Gahleitner 2021, S. 46f.; auch bereits Petzold/Goffin/Oudhof 1993). Die tragende Säule dabei ist ein klar strukturiertes pädagogisch gestaltetes »emotional korrigierendes« Beziehungsangebot durch eine Bezugsbetreuungsperson und ein umgebendes Team sowie dessen institutionelles Kooperationsgefüge inkl. der Elternarbeit. Ist das Kind bzw. der*die Jugendliche schon in der Lage, eine nach innen orientierte, Raum gebende, vor dem Alltag geschützte therapeutische Beziehung für sich zu nutzen, kann diese den Prozess ebenfalls tragfähig unterstützen. In enger Vernetzung dieser Beziehungsangebote eröffnen sich auf diese Weise verschiedene, aber zusammenwirkende Entwicklungsräume, die eine große Zahl von Mentalisierungs- und Veränderungschancen bereithalten (Fonagy et al. 2002/2022; Wahle in diesem Band). Auf dieser Basis eröffnen sich eventuell auch Möglichkeiten zu einer aktiven Auseinandersetzung mit dem Geschehenen. Es gibt allerdings durchaus »falsche Orte […] zur Offenlegung der eigenen Leidensgeschichte« (Weiß 2024, S. 236f.). Auch ohne explizite Traumakonfrontation ist es zudem möglich, eine stückweise Integration des Unannehmbaren und Furchterregenden in das Selbstkonzept zu erreichen. Die psychotherapeutische Arbeit an tiefen Verletzungen und Traumatisierungen benötigt, wenn sie stattfinden kann, ein von der Alltagswelt getrenntes und geschütztes Einzelsetting, es muss jedoch vom Gesamtsystem in enger Abstimmung zwischen pädagogischen, alltagsorientierten und therapeutischen Aufgaben (Gahleitner 2021) getragen werden. Das Team kann auf diese Weise pädagogisch die notwendige Entlastung für den Bewältigungsprozess bieten und fachkompetent zur Stabilisierung und Traumabewältigung beitragen. Umgekehrt muss das therapeutische Vorgehen Rücksicht auf zentrale Alltags- und Entwicklungsaufgaben der Betroffenen nehmen. Die Verständigung über Sinnhaftigkeit und Ablauf dieses Prozesses muss im gegenseitigen Respekt und in Kenntnis der jeweils anderen Arbeitsbereiche erfolgen. Die neu erworbenen Bedingungen erlauben ein Ausloten der individuellen Möglichkeiten und Grenzen in Gegenwart und Zukunft. Damit rückt auch der Übergang in ein einrichtungsunabhängiges Leben in den Blick. Annahme des Traumas, Einsicht in die Grenzen und Chancen der Bearbeitung und die damit verbundenen Veränderungen können eine Zuwendung zu aktuellen Lebens- und

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