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Seit Erscheinen der 1. Auflage des Handbuchs Traumapädagogik 2016 hat sich viel verändert. Mittlerweile ist Traumapädagogik eine anerkannte Fachrichtung. Viele Forschungsprojekte belegen ihre Wirksamkeit. Die Zahl traumapädagogischer Konzepte ist angewachsen, die vorhandenen Konzepte sind stärker ausdifferenziert worden. Vor allem die Anerkennung der Expertinnenschaft (wir meinen damit Erfahrungsexpertinnen, Menschen aus herausfordernden Lebensumständen) hat Tiefung in die Debatten und Entwicklungen gebracht (Weiß/Sauerer 2018). Die Handlungsfelder der Traumapädagogik haben sich verschiedene Richtungen erweitert, z. B. ins intersektionale Feld hinein (vgl. u. a. Zito/Martin 2024). Ziel des vorliegenden Buchs ist die Entwicklung und Darstellung der Traumapädagogik aus genuin sozialpädagogischer/sozialarbeiterischer Sicht, ohne interdisziplinäre Sichtweisen zu vernachlässigen. Doch was ist Traumapädagogik überhaupt? Traumapädagogik lässt sich definieren als eine Fachrichtung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Fachkräfte, die im Arbeitsalltag mit traumatisch belasteten Kindern und Jugendlichen konfrontiert sind, bei ihrer anspruchsvollen Aufgabe zu unterstützen: einerseits durch spezifische Fort- und Weiterbildungen und andererseits durch die Schaffung tragfähiger Strukturen in den Institutionen. Als der Beltz Verlag seinerzeit bei uns Herausgeberinnen nach einer Publikation zur Traumapädagogik anfragte, stellten wir uns selbst die Frage, warum wir angesichts der bereits bestehenden Publikationstätigkeit einen weiteren Traumapädagogik-Band produzieren sollten. Doch es sollte ein Handbuch sein, mit eindeutigem Übersichts- und Zusammenfassungscharakter. Und da zu diesem Zeitpunkt der Publikationsentwicklung zur Traumpädagogik bereits Herausgabebände zu unterschiedlichen Schwerpunkten entstanden waren, erschien es uns tatsächlich sinnvoll, unter Einbezug eines möglichst breiten Spektrums von Autor*innen mit einem Handbuch einen systematischen Überblick herzustellen. Entlang dieser Zielsetzung ist der Band in sechs Abschnitte gegliedert: in einbettende Bezüge der Traumapädagogik, grundsätzliche Inhalte der Traumapädagogik, Handlungsfelder der Traumpädagogik, methodische Vorgehensweisen der Trau­mapädagogik, übergreifende Themen der Psychotraumatologie und aktuelle Entwicklungen und Zukunfts- bzw. Ausblicksthemen. Eröffnet wird der Band vom ersten Abschnitt »Bezüge der Traumapädagogik aus der Pädagogik und der Sozialen Arbeit«, der die historischen und theoretischen Wurzeln aus verschiedenen Richtungen nachverfolgt und aufzeigt. Wilma Weiß führt unter dem Titel »Traumapädagogik: Entstehung, Inspirationen, Konzepte« in die Geschichte der Fachrichtung ein und zeigt auf, wie sehr die Inhalte schon immer in der Logik und Praxis von Pädagogik und Sozialer Arbeit verwurzelt waren. Der anschließende Beitrag von Christina Rothdeutsch-Granzer und Wilma Weiß verfolgt gezielt verschiedene Stränge der Pädagogik unter der Überschrift »Reformerische und emanzipatorische Pädagogik. Inspirationen für die trau-