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Druck zur Kompensation dieser Ungleichheiten kann nicht lediglich auf der Schule und den in ihr arbeitenden Lehrkräften abgeladen werden. Das wäre nicht nur Feigenblattpolitik, sondern bereits falsche Praxis, die falsche Konflikte in der Gesellschaft heraufbeschwört. Die Makro-Perspektive des MpR stellt solche Bedingungen der gesellschaftlichen Struktur, die gemeinhin für »gesetzt« und »natürlich« gehalten werden, daher immer mit zur Disposition. Der Grund dafür ist, dass nachgewiesen werden kann, dass gegen stark strukturierende Hintergrundbedingungen Interventionen der Praxis nicht ankommen, deren Wirkungsradius nicht auch gesellschaftliche Strukturbedingungen erreicht. Die Diagnose für Initiativen, die nur am Verhalten und der Einsicht ansetzen, ist schlecht. Sie beinhaltet, dass Symptome bearbeitet werden, teures Nachbearbeiten der sozialen Folgekosten im Vordergrund steht, und im schlechtesten Falle von »kleinen« Interventionen nur denjenigen profitieren, die dafür in einem boomenden Bereich der Angebote sozialer Prävention und Intervention zuständig sind. In der Gesundheitsforschung finden wir für weitere Belege für die These, dass nicht alles automatisch nützt und ein zu kleiner Radius der Interventionen in die Praxis auch das Gegenteil bewirken kann. So ist die Einkommensstruktur, also die Verteilung von Einkommensniveaus zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die zentrale Stellschraube für die Ungleichheit der Gesundheit. Wer wenig Einkommen hat, ist häufiger krank und hat eine kürzere Lebensdauer (Lampert et al. 2016). Gegen diese Stellschraube kommt nichts an. Da ist weit weniger entscheidend, wie die Gesundheitssysteme ausgestattet sind oder wie Strategien der Gesundheitsförderung angesetzt werden. Es zählt primär, wie viel finanzielle Ungleichheit in einer Gesellschaft in welchem Ausmaß existiert. Dagegen sind