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Kooperation und psychosoziale Traumaarbeit

Fragen auf. Der Artikel stellt dazu einige für die Traumaarbeit relevante Überlegungen bereit.

Chancen und Fallstricke in der Traumaarbeit/Traumapädagogik Mit der rasanten Entwicklung der noch relativ jungen Fachrichtung Traumapädagogik ergeben sich weitergehende Implikationen für die Tätigkeitsmerkmale der Fachkräfte der jeweiligen beteiligten sozialen Dienste und ebenso für die Weiterentwicklung der jeweiligen zugrunde liegenden wissenschaftlichen Disziplinen. Mit der Integration psychotraumatologischer Wissensbestände in pädagogische Konzepte entstehen eine Reihe von Chancen, es ergeben sich aber auch Probleme. Die Praxis des Gesundheitsbereiches ist stark von medizinischen und psychologischen Konzepten dominiert. Differenzaspekte wie materielle Verhältnisse, politische Verhältnisse, Ethnie, Geschlecht, kultureller Hintergrund, Bildung usw. finden erst langsam Eingang. In enger Zusammenarbeit zwischen beiden Bereichen droht daher immer der Verlust von Lebensweltorientierung und damit einhergehend ein Wirkungsverlust der Maßnahmen (Santen/Seckinger 2003, S. 15; siehe hierzu auch die Ausführungen zum pädagogisch-therapeutischen Milieu bei Gahleitner in diesem Band). Die Folge kann eine ausgrenzende Handlungspraxis sein: Der medizinisch-psychotherapeutische Bereich nutzt die Kinder- und Jugendhilfe nur noch als »Dienstleister«, diese wiederum instrumentalisiert den medizinisch-psychiatrischen und psychotherapeutischen Bereich zum reinen Reparaturbetrieb. »Je nach fachlicher Orientierung sollen Verhaltensauffälligkeiten behandelt oder belastende Lebenssituationen bewältigt werden« (du Bois 2004, S. 1428; zu den Problemen der Kooperation in der Kinder- und Jugendhilfe auch Fegert/Schrapper 2004). Das lähmt die Hilfeprozesse bei den Kindern und Jugendlichen wie jene der Fachkräfte. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Bedarfslagen traumatisierter Kinder nach gesundem Aufwachsen, nach angemessenen sozial-emotionalen Beziehungen, nach sozialen Unterstützungsnetzwerken und einer sozialen Unterstützungsstruktur zumeist nicht in die sich ausdifferenzierenden Angebote passen. Brüche sind vorprogrammiert. Diese Beobachtung verdeutlicht auch die starke wechselseitige Verwiesenheit der sozialen Dienste. Dem komplexen Versorgungsbedarf kann nur durch die Kooperation sozialarbeiterischer, sozialpädagogischer, therapeutischer und medizinischer Hilfen begegnet werden. Einzig kooperative Ansätze zwischen Professionellen verschiedener sozialer Dienste, und darüber hinausreichend Ansätze interorganisationeller Kooperation, scheinen Lösungswege zu einem möglichst »bruchlosen« Gesamthilfeprozess (Gahleitner/Homfeldt 2012) und damit auch aus der schwer auflösbaren Parado-