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Raw Blame History

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Die Pädagogik der Selbstbemächtigung Eine traumapädagogische Methode

erfahren und die Selbstakzeptanz und seine Expertenrolle zu stärken. Die zwölfjährige Monika, die in einer Wohngruppe lebt, ist oft wie weggetreten, sie dissoziiert. Diese Zustände empfindet sie als störend. Ihre Bezugsbetreuerin soll ihr helfen. Die Betreuerin beginnt, eine Geschichte über das »Wegtreten« zu schreiben, Monika hört zu, das kennt sie. Monika schreibt schließlich selbst weiter, gemeinsam entwickeln sie in der Geschichte Strategien gegen die dissoziativen Zustände, sie schreiben eine Geschichte über die »Weiß-nix-Zeit«. Monika ist und wird immer mehr Expertin für störungswertige Dissoziation (Weiß 2014, S. 97ff.). Die Expertinnenschaft der Kinder verpflichtet uns zu einem achtsamen Umgang mit Deutungen und der Balance von Expertinnenschaft und Übernahme von Verantwortung für das Wohlergehen der Mädchen* und Jungen*. Dann können wir von ihnen viel über die Dynamik von Trauma und Überlebensstrategien lernen. Die Pflegeeltern von Jonas und Michael erklären diesen die Funktionsweise des dreigliedrigen Gehirns und erzählen auch von den zersplitterten Sinneseindrücken im limbischen System. Sie verwenden drei unterschiedlich große Kreise. Jonas findet den Kreis des limbischen Systems zu klein: »Ihr wisst gar nicht, wie viel da abgespeichert ist.« Jonas und Michael wissen Einiges über Traumata, ihre Pflegeeltern nehmen dies wahr. Immer wieder verwirklichen sie die respektvolle, traumapädagogische Haltung: »Wir sind die Profis, die Mädchen* und Jungen* sind die Expert*innen.«

Partizipation als Methode Transparenz und Partizipation sind unverzichtbare Korrektive der Erfahrungswelt traumatisierter Menschen: Transparenz, weil sie die Überschaubarkeit, die Sicherheit der Mädchen* und Jungen* erhöht; Partizipation, weil sie Erfahrungen von Ohnmacht und Willkür durch Erfahrungen von Wirkmächtigkeit überschreiben kann. »Partizipation ist also bedeutsam für eine traumasensible Pädagogik. Das heilsame Aufbrechen von noch starren inneren Überzeugungen, dass das Leben nur fremdbestimmt funktioniert, hilft Selbstbestimmung lernen, üben, integrieren und daraus Selbstwirksamkeit positiv zu erfahren. Auch das Vertrauen als zentrales Element eines soweit als möglich sicheren Ortes und das Vertrauen in die Fähigkeiten und Expertenschaft der Kinder und Jugendlichen hilft. Wer beteiligt wird, kooperiert leichter und übernimmt auch zunehmend die Verantwortung für sich selbst« (Sauerer und Expertinnen 2018, S. 105). Doch die meisten Kinder und Jugendlichen erleben die geringen Wahlmöglichkeiten der Unterbringung und mangelnde Transparenz als ein Machtgefälle, das nicht selten im Heimalltag seine Fortsetzung findet.

Der Umgang mit Regeln Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe haben oft Regelkataloge, die versuchen, das Leben in der Einrichtung anhand einer Vielzahl von Regeln zu ordnen und damit überschaubarer zu machen. Doch wie werden diese Regeln erarbeitet?