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Raw Blame History

Ausblick

In der Nachbesprechung von gemeinsam erlebten angenehmen oder konfliktbesetzten Situationen kann die pädagogische Fachkraft Teile ihre Gegenreaktion als Erfahrung zur Verfügung stellen. Dies können aus der Situation heraus wahrgenommene Gefühle, Handlungsimpulse oder auch Körperempfindungen sein. Ein verantwortungsvoller und überlegter Umgang ist insbesondere dann notwendig, wenn beispielsweise sadistische Impulse oder Ekelgefühle angesprochen werden sollen. Hier braucht es für das Kind und die Fachkraft Vorbereitung, einen schützenden Rahmen und eine Routine. Um zu prüfen, ob es dem Kind ähnlich oder genauso ging, ist es nötig, zu fragen und gemeinsam diesmal für das Kind Ideen zu sammeln, was den Stress reduziert und das Erleben der Gegenwart unterstützen kann. Die Frage mit dem Wörtchen »weil« unterstützt die Kinder und Jugendlichen beim Selbstverstehen, dem Verstehen des »Guten Grundes« für ihr eigenes Handeln (Weiß 2024): »Ich bin so wütend, weil …« »Ich raste aus, wenn alle anderen vor mir sind, weil …«. Über die Frage mit »weil« ist es möglich, anhand des guten Grundes mit dem Kind zu erarbeiten, was es in der Situation braucht. Nicht jedes Weil wird beantwortet und auch dafür haben die Kinder und Jugendlichen ihren guten Grund. Manchmal sind wir zu schnell oder zu nah und zu viel der Erkenntnis kann in diesem Moment eher die Unsicherheit verstärken als Sicherheit bieten. Das Tempo in Erkenntnisprozessen ist den Kindern und Jugendlichen zu überlassen.

Ausblick »Im pädagogischen Alltag geht es nicht darum, allzeit traumatische Übertragungen im obigen Sinne aufzulösen. Manchmal wird man einfach aushalten und manchmal schützend beenden« (Weiß 2013a, S. 177). Schon 1925 stellte August Aichhorn fest: »Erschrecken Sie nicht, wenn nicht alles lösbar ist; es gibt auch für den psychoanalytisch durchgebildeten Erzieher heute noch oft dichteste Undurchdringlichkeiten (Aichhorn 1920/2005, S. 35). Auch wenn nicht alles durchdringbar ist, ist es vor dem Hintergrund der Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen notwendig, einen Umgang mit den Dynamiken von Übertragung und Gegenreaktion zu entwickeln und selbstverständlich mit in den Arbeitsalltag aufzunehmen. Dies führt zu einer entscheidenden Entlastung der Pädagog*innen im Arbeitsalltag und damit auch zu einer Sicherheit für die Kinder und Jugendlichen. Die Umsetzung und Entwicklung einer von Wertschätzung und Würde getragenen Haltung gegenüber den zu betreuenden Menschen gelingt nur, wenn traumabezogene Einflüsse in der Beziehungsdynamik als solche reflektiert und korrigiert werden können.

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