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Beratung
wirklicht, sodass es im Spiegel der Mutter (»einer Hauptbezugsperson« Anm. des Verf.) ein neues Bild von sich selbst gewinnt – als ein Kind, das in Ordnung ist, weil es mit seinen Signalen und Bedürfnissen und Gefühlen verstanden wird.« (Nienstedt/Westermann 2007, S. 127f.). Das ist die Grundlage dafür, dass ein Kind noch einmal auch alle Phasen der frühen Autonomieentwicklung in sicheren Eltern-Kind-Beziehungen durchlaufen kann. Und schließlich identifiziert sich ein Kind mit seinen Pflegeeltern und ist das Kind dieser Eltern geworden.
Beratung Natürlich benötigen Pflegeeltern von einer praxiserfahrenen und einfühlsamen Fachkraft Hilfen rund um das Kind. Wie gelingt es, Zugang zum Kind zu bekommen, Kooperation zu gewinnen, es zu verstehen und zu beantworten, es zu beruhigen, ohne es in eine heile Welt zu ziehen, und einen heilenden Prozess einzuleiten, in dem es korrigierende Erfahrung machen kann? Welche weiteren Hilfen benötigt das Kind und wie gelingt eine gute Kooperation mit allen am Hilfeprozess beteiligten Akteuren? Was aber brauchen Jans Pflegeeltern, wenn er sie beißt, wenn sie zu ihm keinen Zugang bekommen und ihn nicht beruhigen können, wenn das eigene Haus kein sicherer Ort mehr ist? Wenn sie sich selber verzweifelt, ängstlich, wütend, ohnmächtig oder völlig kraftlos fühlen? Dann brauchen auch sie eine Anerkennung ihrer Gefühle, ein Verstehen angesichts ihrer herausfordernden und oft überfordernden Aufgabe, ein gemeinsames Entwickeln von guten Lösungen. Sie benötigen eine Person, die Halt gibt, den Überblick behält, Distanz wahren, eine Dramatik einordnen, Ruhe bewahren und berechtigte Hoffnung geben kann; besonders in der Phase der Übertragungsbeziehung und im Jugendalter. Pflegeeltern müssen und können keine perfekten Eltern sein. Sie sind nicht nur Pädagogen. Sie sind Eltern mit eigenen Stärken und Schwächen, die ein Zusammenleben in einer nahen Eltern-Kind-Beziehung ermöglichen. Und da gehören auch notwendige Frustrationen für ein Kind dazu. Aber vielleicht wollen die Pflegeeltern auch Eltern sein, die herausfordernde Situationen auch als Chancen für ihr eigenes Wachstum begreifen. Jan benötigt Pflegeeltern, die ein Gegenüber sind, eigene Grenzen wahrnehmen, zum Dialog bereit sind und gute kreative Lösungen finden möchten, ohne Verlierer. BEISPIEL
So versucht Jan wieder einmal, seine Pflegemutter kräftig in den Arm zu beißen. Klar und deutlich sagt sie »Halt Stopp! Nicht in echt! Du kannst in meine Jacke beißen aber nicht in meinen Arm!« Sie übernimmt wieder Führung und gibt Jan die Möglichkeit, wei-
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