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5 Spezifische Formen von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
Theoretische Grundlagen
Das FAGT basiert auf dem in diesem Buch vorgestellten Verständnis der Entstehung
von Gewalt und den daraus ableitbaren Anforderungen an ein Interventionskonzept.
Im Mittelpunkt der inhaltlichen (Gruppen)Arbeit mit den Kindern/Jugendlichen stehen vier Themen:
• Veränderung (Erweiterung) der Selbst- und Fremdwahrnehmung
• Verbesserung der Selbststeuerung
• Stabilisierung des Selbstwertes (Stärkung des Selbstwertes über nicht-aggressive
Erfahrungen)
• Erweiterung der sozialen Kompetenzen.
Das Training setzt somit nicht nur am aggressiven Verhalten an, sondern es wird der
Mensch an sich mit seinen Ressourcen und Stärken in Verbindung mit seinem
Umfeld betrachtet (multimodale Betrachtungsweise).
Das FAGT dient in erster Linie der Verbesserung der Konfliktbewältigungsfähigkeit und somit einer besseren Integration der Betroffenen in ihr Umfeld. Es hat
nicht das Ziel einer grundlegenden Persönlichkeitsveränderung, kann jedoch als
»Anstoß« für die betroffenen Kinder und Jugendlichen dienen, zukünftig neue
Formen der Welt-Begegnung auszuprobieren und damit Selbstveränderungen zu
initiieren. Neben der Arbeit mit den Kindern/Jugendlichen wird versucht, deren
Eltern zu »erreichen«.
Zielgruppe
Das FAGT richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von ca. zehn bis 16/17
Jahren. Es wird als Gruppentraining durchgeführt. Die Gruppengröße sollte zwischen sechs bis acht Teilnehmern liegen (mindestens vier, maximal zehn).
Die Gruppen sollten homogen hinsichtlich Alter bzw. Entwicklungsstand sein.
Das Training eignet sich für geschlechtsgemischte wie -homogene Gruppen. Bei
geschlechtsgemischten Gruppen sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das
Verhältnis möglichst ausgeglichen ist von jedem Geschlecht sollten mindestens je
zwei Kinder/Jugendliche teilnehmen (ansonsten ist eine geschlechtshomogene
Gruppe sinnvoller).
Es wird mit zwei Leiteren (Traineren) gearbeitet.
Dauer
Das Training umfasst nach einem Einzel-Vorgespräch und einer entsprechenden
Diagnostik mit den betroffenen Kindern/Jugendlichen (und möglichst auch deren
Eltern) zehn Gruppensitzungen von je 90 Minuten Dauer und eine zusätzliche
Abschlussaktivität; ergänzend werden zwei Elternabende durchgeführt. Optional
kann das Programm durch eine Sitzung zur Katamnese ergänzt werden.
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