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5.1 Internalisierende Auffälligkeiten
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logischer Ebene, die auch auf genetischer Ebene verankert sind. Es wird angenommen, dass von Geburt an zwei neurophysiologische Regulationssysteme bestehen,
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das »behaviorale Aktivationssystem« und das »behaviorale Inhibitionssystem« (Gray
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1982), die ihrerseits unterschiedlich stark ausgeprägt sind und einen bedeutenden
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Ausgangspunkt für die frühe »Weltbegegnung« des Säuglings darstellen (vgl. hierzu
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z. B. Resch 2004, Wurmser & Papousek 2004, Papousek 2004). Grawe (2004) stellt
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hierzu zusammenfassend fest: »Die einen Menschen kommen mit einer Tendenz zu
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negativen Emotionen und zur leichten Aktivierbarkeit des Vermeidungssystems zur
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Welt« – wobei, wie im Kap. 3.3.2 (c Kap. 3.3.2) und im Folgenden dargelegt, die
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frühen Interaktionserfahrungen diese biologischen Ausgangsbedingungen »modulieren«. Es muss stets das individuelle Zusammenwirken von biologischen Faktoren
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mit psycho-sozialen Faktoren berücksichtigt weren (Schulte-Körne, 2023).
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Soziale Faktoren; (frühe) Interaktionserfahrungen
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Interaktionserfahrungen – also das Zusammenspiel von Dispositionen und Verhaltensweisen des Kindes mit den persönlichkeitsspezifischen Verhaltensweisen und
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»Antworten« der Bezugspersonen – spielen bei der Ausbildung einer depressiven
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Auffälligkeit auf folgende Weise eine Rolle:
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a) Bei der Unterstützung kindlicher Emotionsregulation und Affektabstimmung
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(c Kap. 3.3.2) werden möglicherweise die (emotionalen) Spannungen von Kindern
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durch die Bezugspersonen »überreguliert« – das Kind wird sich bei selbst erlebter
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Aktivität später selbst eher »zurücknehmen«, sich frühzeitig »herunterregulieren«.
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Dies kann dazu führen, dass intensive Gefühle wie Wut oder starke Freude unterhalb
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der Schwelle der eigenen Wahrnehmung bleiben (müssen).
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Ebenso ist vorstellbar, dass durch Überbehütung/Überfürsorge jegliche Emotionsäußerungen des Kleinkindes sehr frühzeitig herunterreguliert werden und das
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Kind auf diese Weise gar nicht eine autonome Erregungssteuerung erlernen kann.
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Auch bei der Affektabstimmung kann durch ein zu starkes »tuning« (Stern 1992,
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Dornes 1995) durch die Bezugspersonen verhindert werden, dass Kinder ein ausreichendes Spektrum an Affekten aufbauen, mit dem sie dann z. B. neuen Situationen begegnen: Eine überängstliche Bezugsperson wird die explorativen Aktivitäten des Kindes und die damit verbundenen Gefühle eher einschränken, wodurch
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sie dem Kind auf der Ebene der Selbstschemata nicht mehr zur Verfügung stehen.
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b) Die Bindungsbedürfnisse des Kindes werden nicht adäquat, d. h. feinfühlig beantwortet. Es kommt zu »einem negativen Selbstwertgefühl und geringer Selbstsicherheit, dysfunktionalen Wahrnehmungs- und Bewertungsmustern, geringeren
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Stressbewältigungskompetenzen, negativen Bindungskognitionen (…) [wodurch]
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die Wahrscheinlichkeit depressiver Symptome und Störungen erhöht [wird] (vgl.
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Cichetti & Toth 1995)« (Groen et al. 2004, S. 464).
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c) Ein enger Zusammenhang besteht zwischen Depression, fehlendem Kontrollerleben und unzureichenden Selbstwirksamkeitserfahrungen: Aus fehlenden eigenen
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Kontrollerfahrungen können nur unzureichende Selbstwirksamkeits- und Kontrollerwartungen entstehen, woduch die Kinder vorsichtiger, z. T. misserfolgsorientiert der Umwelt begegnen. Es bildet sich so ein generelles inneres Schema von
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