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4 Diagnostik und Indikationsstellung
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Tab. 4.2: Übersicht über die Leitlinien zur Exploration von Kindern und Jugendlichen (aus:
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Döpfner et al. 2000b, S. 100; mit freundlicher Genehmigung des Hogrefe Verlags)
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1. Exploration des Kindes/Jugendlichen:
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• Sie umfaßt in flexibler Reihenfolge entsprechend dem Entwicklungsniveau des Kindes/
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Jugendlichen folgende Aspekte:
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• Vorbereitung und Orientierung des Kindes/Jugendlichen vor Beginn der Befragung;
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• Klärung des Zwecks der Befragung, einschließlich der Gründe für die Vorstellung des
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Kindes/Jugendlichen, der Einstellung des Kindes/Jugendlichen zur Vorstellung, der
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Rolle des Untersuchers, Vertraulichkeit und Dauer der Untersuchung;
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• Besprechung der gegenwärtigen Problematik;
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• wichtige Funktionsbereiche: Exploration spezieller psychischer Merkmale (Depression,
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geringes Selbstwertgefühl, suizidale Gedanken oder Handlungen, Ängste, psychosomatische Symptome, Halluzinationen, Wahngedanken, Zwänge, dissoziales Verhalten,
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Alkohol- und Drogenkonsum);
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• Erfragung potenziell traumatischer Erfahrungen.
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2. Psychopathologische Beurteilung und Entwicklungsstand:
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• körperliche Erscheinung;
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• Art der Beziehungsaufnahme zum Untersucher und zu den Eltern (einschließlich der
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Fähigkeit, sich kurzzeitig von den Eltern zu trennen);
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• Reaktion des Kindes/Jugendlichen auf den Untersucher;
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• Stimmung und Affekt, Orientierung hinsichtlich Zeit, Ort und Person;
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• motorisches Verhalten (Aktivitätsniveau, Koordination, ungewöhnliche Bewegungsabläufe);
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• formales und inhaltliches Denken sowie Wahrnehmung;
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• Sprechen, Sprache, Lesen, Schreiben;
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• Intelligenz;
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• Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis;
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• neurologische Funktionen (z. B. soft signs, Lateralität);
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• Urteilsfähigkeit und Einsicht.
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4.3
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Diagnostische Methoden
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4.3.1
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Erhebung der Anamnese
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Hierbei geht es darum, die Vorgeschichte des Klienten, aber auch die Aktualsituation systematisch zu erfassen. Dies kann mit unterschiedlichem Strukturierungsgrad
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durch Gespräche, also die Exploration der Betroffenen erfolgen.
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Ergänzend können hoch-strukturierte Fragebogen-Verfahren eingesetzt werden.
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Ein Beispiel hierfür ist das Diagnostische Interview bei psychischen Störungen im Kindesund Jugendalter, Kinder-DIPS (Schneider et al., 2018), das in open access Form frei
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zugänglich ist (https://omp.ub.rub.de/index.php/RUB/catalog/view/101/90/594).
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Daneben existieren umfassende Diagnose-Check Listen; ein Beispiel hierfür ist das
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Diagnosesystem für psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und
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DSM-5, DISYPS-KJ (Döpfner & Götz-Dorten 2017). Diese ermöglichen eine diffe72
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