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zurückkehren, und sie werde mit ihrer Schwägerin nach drei Monaten wieder zurückkommen. Sie freut sich sehr, ihre Eltern und vielleicht auch ihre Kinder nach langer Zeit wiederzusehen. Ausgestattet mit einem Brief der türkischen Sprechstundenhelferin des behandelnden Psychiaters, Einmalspritzen und dem Depotmedikament, reisen Herr und Frau C. in die Türkei. Der jüngste Sohn wird von der ältesten Tochter versorgt. Nach vier Monaten meldete sich Frau C. im SpDi. Ihr hat die Reise sehr gut getan, es geht ihr ausgezeichnet. Wir vereinbaren keine regelmäßigen Termine, doch kann sie sich jederzeit melden, wenn sie meine Unterstützung braucht oder auch nur, um zu erzählen, wie es ihr geht. Herr C. meldet sich von Zeit zu Zeit mit konkreten Anfragen um Unterstützung für seine Frau, wie z. B. zur Beantragung eines Schwerbehindertenausweises, der Klärung von Fahrtkosten im Zusammenhang mit der Kur usw. Die Situation bei den angefragten Hausbesuchen ist sehr entspannt. Frau C. hat wenige Wochen nach ihrer Rückkehr aus der Türkei selbstständig ihre Medikamente abgesetzt. Sie hat stundenweise eine Putzstelle bei einer alten Frau angenommen. Herr C. ist zwischenzeitlich berentet. Die Paarbeziehung ist deutlich entspannter und verbindlicher. Eine Aufweichung des Krankheitskonzeptes ist als prognostisch eher günstiger Faktor im Verlauf systemischer Familientherapien beschrieben worden (vgl. Retzer 1994). Nach unseren Erfahrungen im SpDi dagegen scheint bei langen Krankheitskarrieren ein Nicht-inFrage-Stellen des Krankheitsmodells eher zu geringerer Symptombildung und zu einer Zunahme an Lebensqualität zu führen. Bei der Familie C. führte die Etablierung des Krankheitsmodells zu einer Entspannung der Situation und gab Frau C. die Möglichkeit, mehr von ihrer Kompetenz zu zeigen. Es erlaubte ihr, sich von der Familie akzeptierte Freiräume zu schaffen, und gewährte ihr auch in ihrer Herkunftsfamilie in der Türkei einen anderen Status.