2.2 KiB
Anmerkungen 1 Hierfür wären qualitative und quantitative empirische Untersuchungen notwendig, z. B. die inhaltsanalytische Auswertung von Videodokumenten. 2 An dieser Stelle verbinden sich das Diskursmodell von Habermas (Habermas in Habermas u. Luhmann 1971) und die postmoderne Idee der Pluralität (Beck 1986) zu einem bedeutsamen, die systemische Praxis leitenden Konzept. 3 Joseph Volpe, ein Pionier der Verhaltenstherapie und Begründer der systematischen Desensibilisierung, soll einmal gesagt haben: „Es gibt Menschen, die mich mögen, und solche, denen ich geholfen habe.“ 4 „Es hat alles seine Zeit, und alles Tun unter dem Himmel hat seine Stunde“ (Prediger 3, 1). 5 Im Rahmen dieser Beziehungsmuster können lösungsfördernde oder behindernde Prozesse entstehen, sodass im Falle einer chronifizierten Nichtveränderung ein Wechsel auf der Sozialarbeiterinnenseite durchaus neue Lösungsimpulse für die Auftraggeberinnen zu erbringen vermag. 6 Detaillierte Frageformulierungen zu diesen Bereichen finden sich bei von Schlippe und Schweitzer (1996, S. 146 f.). 7 Ein prägnantes Beispiel für eine Symptomverschreibung findet sich bei Minuchin und Fishman. Das Problem ist in diesem Fall, dass Mutter und Sohn sich gegenseitig nicht aus den Augen lassen können; der Sohn kann seine entgegengesetzte Tendenz, sich von der Mutter zu distanzieren, nur über psychotische Symptome erreichen – denn Krankheit ist erlaubt. Die Autoren beschreiben, wie die Nähe zwischen beiden jetzt als Hilfe positiv umdefiniert und von ihnen als therapeutische Aufgabe gefordert wird. Nähe ist nun erlaubt, man muss nicht mehr gegen sie ankämpfen, und deshalb wird auch ihr Gegenteil, die Distanzierung, zu einer erlaubten Strategie. Damit wird die Distanzierung mithilfe eines Symptoms überflüssig. „Sie (die Familie Henry; W. R.) besteht aus einem neunzehnjährigen Sohn und seiner geschiedenen Mutter. Die beiden leben zusammen, sind von ihrer Umwelt völlig abgeschnitten und miteinander verstrickt (und sie lassen sich gegenseitig kaum aus den Augen; W. R.). Sie kamen ursprünglich zur Therapie wegen einer psychotischen Phase des Sohnes. Nachdem er eine Zeitlang hospitalisiert war, ging der junge Mann wieder ins College und hielt sich dort einigermaßen gut. Im Augenblick bestehen