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Variante 3: eine mittlere Zeitlinie zwischen 6 Monaten und 1½
Jahren;
Variante 4: Man beginnt mit mehreren Sitzungen in kurzen
Zeitabständen und verlängert dann linear den Abstand zwischen den
nächsten Sitzungen.
Der therapeutische Prozess wird auf zentrale Aspekte der
Alltagsbewältigung konzentriert. Hier sind die systemischen Fragen und die
„Hausaufgaben“ zur Intensivierung des Prozesses besonders wichtig. Die
Idee der Kurzzeittherapie kommt z. B. in der für die Jugendhilfe immer
wichtiger werdenden aufsuchenden Familientherapie zur Geltung (siehe
5.5.2.2.3).
Allerdings scheint mir eine Einschränkung wichtig: Ich halte es für
falsch, aus dem Konzept der Kurzzeittherapie ein Dogma zu machen. Auch
langfristige Hilfeprozesse haben ihre Berechtigung. Kurzzeittherapien
setzen ein gewisses Maß von vorgängiger Strukturierung und
Strukturierungsbereitschaft der Familie voraus. Eher chaotische,
unübersichtliche und vor allem auch sozial deprivierte Familien brauchen in
den meisten Fällen eine längere Zeitstrecke zur Veränderung. Dieser
Perspektive wird in der sozialpädagogischen Familienhilfe Rechnung
getragen, die mit höherem Stundenaufwand und einer längerfristiger
Zeitorientierung arbeitet.
Die konsequenteste Kurzzeittherapie ist die „Single Session Therapy“
(Talmon nach von Schlippe u. Schweitzer 1996, S. 207 ff.). Deren Ziel ist
es, die Auftraggeberinnen mit so viel produktiver Verstörung und Ideen zu
möglichen Handlungsschritten aus der ersten und einzigen Sitzung zu
entlassen, dass die weiteren Schritte im Alltag sich aus der Eigendynamik
des Systems und der angestoßenen Entwicklung ergeben. Hier benötigen
Sozialarbeiterin und Familie ein großen Vertrauen in die zur Verfügung
stehenden Ressourcen.
White hat noch eine weitere Anregung zur Nutzung der Zeit zwischen
den Sitzungen eingebracht. Er schreibt Briefe mit manchmal paradoxen,
manchmal linearen Kommentaren und Aufgaben, die neue Anregungen und
Aufforderungen für die Bewältigung des aktuell definierten Problems
erteilen (White 1985).
Wenn eine Mutter allein mit ihrem Kind in die Erziehungsberatungsstelle
kommt und sich über ihren Mann beklagt, der nur wenig Interesse an den