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Lebens- und Problemlagen entsprechend ihren eigenen Möglichkeiten
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zu behaupten, auch wenn die dabei gezeigten Verhaltensweisen und
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Handlungspläne von den sozialen anderen nicht verstanden oder
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abgewertet werden.
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Mit dem Konzept von Reframing und Relabeling wird dieser Weg
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konsequent weiterbeschritten. Nun wird weniger in einer
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strategischen als in einer reflexiven Absicht der positive Sinn des
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Symptoms betont. Es hat seine Funktion für die Systembalance, aber
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jetzt wird die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung des Symptoms bzw.
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des entsprechenden Verhaltens als Ressource für das persönliche und
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systemische Wachstum gerichtet.9
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Durch das Reframing wird der „Bedeutungshof“ eines Ereignisses,
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einer Handlung, eines Wortes, eines Symptoms geändert. Die
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negative Bedeutungszuschreibung wird in eine positive überführt,
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indem der Sinn neu bestimmt wird. Dadurch entsteht ein neuer
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„Bezugsrahmen“ (von Schlippe et al. 1995). Streit wird nicht mehr in
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dem Bedeutungshof destruktive Aggression verortet, sondern mit
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Lebensenergie, Vitalität und Offenheit assoziiert. Dadurch entsteht
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ein neuer Bezugsrahmen, der Streit als erlaubt, erwünscht und
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entwicklungsfördernd definiert. Damit diese neue Bedeutung in der
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Streitpraxis auch realisiert wird, müssen innerhalb des Reframings
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bestimmte Bedingungen festgelegt werden, z. B. die Anerkennung
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des Prinzips der Gewaltfreiheit. Das erfordert Regeln für die
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Streitsituation, die gewalttätige Eskalationen vermeiden.10
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Ein anderes Beispiel: Die lähmende Angst eines Kindes lässt sich
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nun als Symbol seiner Angst um die Beziehung der Eltern verstehen;
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das Kind wird dann gewürdigt, weil diese Angst seine Sorge um den
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Bestand der elterlichen Beziehung zeigt und es die Eltern damit
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indirekt auffordert, sich mehr um ihr Kind als um ihre Konflikte zu
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kümmern.
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Mit dem Relabeling wird dieser Weg konsequent weitergegangen,
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indem das Symptom bzw. das Problem eine andere Benennung erhält
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und damit der neu geschaffene Bedeutungsunterschied nochmals
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unterstrichen wird. Eine Depression lässt sich vielleicht als „noch
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