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Im systemischen Handlungsmodell relativiert sich die klassische
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Unterscheidung zwischen Diagnose und Intervention. Das
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metatheoretische Prinzip der Zirkularität führt zu der Folgerung, dass
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die lineare Annahme, man könne schrittweise zunächst Informationen
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über die Problemlage (klassisch: Symptomatik) einholen, dann eine
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Ursachenklärung (klassisch: Ätiologie) vornehmen und anschließend
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das weitere Vorgehen (klassisch: Behandlung/Therapie) planen bzw.
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durchführen, durch die Annahme eines prinzipiell unabgeschlossenen
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spiralförmigen Prozesses ersetzt werden muss. In ihm sind
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systematische Informationsgewinnung (klassisch: Diagnose) und die
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professionellen Beiträge der Helferin zu diesem Veränderungsprozess
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– auch Intervention genannt – sich wechselseitig voranbringend
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miteinander verknüpft. Im Sinne der systemischen Metatheorie lässt
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sich der Begriff „Diagnose“ auch durch den der hypothetischen
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Beschreibung des Systems (verkürzt: Beschreibung) ersetzen. Diese
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ist immer nur eine Interpunktion im Hilfeprozess und kein
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abgeschlossenes Untersuchungsresultat; es ist hypothetisierendes
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Handeln im Prozess des Unterstützungssystems. Damit wird der
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Unterschied zwischen dem systemischen Modell und der klassischen
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Organmedizin auch begrifflich betont. Als Minimallösung zur
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Betonung dieses Unterschiedes kann das Wort „Diagnose“ in
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Anführungszeichen gesetzt werden; das überführt eine „harte“
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Begrifflichkeit in eine „weiche“. Ein ähnliches Problem entsteht mit
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der Verwendung des Begriffs der Intervention. Das lat. intervenire
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(„dazwischengehen“) könnte suggerieren, die Sozialarbeiterin habe
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die Macht, in ein System „einzudringen“ und es von innen her zu
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verändern. Die Idee des Unterstützungssystems, innerhalb dessen
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Veränderungen von den Auftraggeberinnen und der Sozialarbeiterin
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gemeinsam angeregt werden, wäre damit verdunstet. Es gibt aber
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die Möglichkeit einer Umdeutung, wenn wir Intervention im Sinne
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Bubers (siehe 2.1) als ein „in das Zwischen gehen“ verstehen, also
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das Handeln in den Beziehungen des Unterstützungssystems.
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Der Beschreibung dienende Informationen sind die Konsequenz
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einer sondierenden Frage der Sozialarbeiterin an das System, z. B.:
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