2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/420.md

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Raw Blame History

Auftraggeberin wertgeschätzt. Zwar ist Soziale Arbeit werteorientiert, aber sie vermeidet das engstirnige, die eigenen Werte als Dogmen setzende Moralisieren. Dieses entwertet das Denken und Handeln der anderen; Neugierde auf die Lebenserfahrungen der anderen hingegen werten es auf. Toleranz ist im systemischen Diskurs durch die rekonstruktivistische Ablehnung der Vorstellungen von Objektivität und universellen Wahrheiten verankert. Das erfordert die Achtung des anderen, dessen Wahrheit genauso wirklich und lebensbestimmend ist wie die eigene „Freiheit ist immer nur die Freiheit des Andersdenkenden“ (Luxemburg 1974, S. 186). Rekursiv lässt sich hinzufügen, wenn wir die Freiheit der anderen hinsichtlich ihres Denkens, Fühlens und Handelns missachten, werden sie uns die gleiche Missachtung entgegenbringen. Die Folge sind unproduktive und gewalttätige Machtkämpfe, wie sie uns z. B. in den Auseinandersetzungen verclinchter Paare oder in der Politik anschaulich demonstriert werden. Die Ethik steht an erster Stelle, denn sie ermöglicht die erste und prinzipielle Begründung der Sozialen Arbeit. Theorie: Reflektiere und begründe die Voraussetzungen deines Tuns, und bleibe ihnen gegenüber kritisch. Theorie sichert das begründete praktische Handeln. Sie gibt der Hypothesenbildung und den darauf basierenden Interventionsideen im systemischen Interview eine Orientierung. Sie stellt zugleich einen Zusammenhang zwischen den gesellschaftlichen, biologischen, leiblichen, psychischen und kommunikativen Teilen der menschlichen Existenz her. Depression z. B. kann als ein die Person übergreifender Zusammenhang verstanden werden. In ihm verbinden sich das Leiden an ausstoßenden und nicht wertschätzenden kommunikativen Prozessen mit körperlich wahrnehmbaren Gefühlen der Leere und Apathie,