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5.6
Therapie, Beratung, Pädagogik und
Sozialarbeit im Rahmen der
systemischen Sozialen Arbeit
Im Rahmen einer systemischen Sozialen Arbeit wird die prinzipielle
Unterscheidung von Therapie, Beratung, Pädagogik und Sozialer
Arbeit hinfällig. Diese unterschiedlichen Formen der Hilfe bleiben
ohne ein integrierendes systemisches Metamodell voneinander
getrennt und sich gegenseitig fremd. Kooperation wird behindert,
wenn diese verschiedenen Hilfeformen von hierarchisch abgestuften
Professionen ausgeübt und in voneinander streng abgegrenzten
organisatorischen Kontexten durchgeführt werden. Stattdessen
entstehen im Kontext der systemischen Sozialen Arbeit miteinander
vernetzte Teilbereiche einer ganzheitlichen psychosozialen Konzeption
und der sie tragenden Institution/sozialen Organisation. Deren
gegenseitige funktionale Zuordnung wird in Bezug zu dem Auftrag
des professionellen Gesamtangebotes gesetzt und im Hilfeplan
koordiniert. Der dadurch strukturierte Hilfeprozess wird von einer
Sozialarbeiterin als Case-Managerin kritisch begleitet. An diesem
Punkt wird nochmals die Bedeutung des Hilfeplans als Methode und
zentraler Ort der Vernetzung und Kooperation in der Sozialen Arbeit
deutlich.
Die durch die Einführung der systemischen Systeme entstehenden
Veränderungen lassen sich in mehrfacher Hinsicht beschreiben.
Die für andere Konzepte wichtige Unterscheidung zwischen
Therapie und Beratung wird aufgehoben. Boscolo et al. (1988)
sprechen deshalb von Konsultation, Anderson u. Goolishian
(1992) von Konversation. Ich selbst habe an anderer Stelle
(Ritscher 1998) den Begriff der psychosozialen Arbeit
vorgeschlagen,
um
diesen
Paradigmenwechsel
zu
unterstreichen, der die Sichtweise einer individuellen Separation
von Problemen und den ihnen zugehörigen Maßnahmen durch