38 lines
2.0 KiB
Markdown
38 lines
2.0 KiB
Markdown
Neuerungsprojekten
|
||
weiterhin
|
||
jene
|
||
traditionelle
|
||
innere
|
||
Absetzbewegung von Fachkräften gegenüber administrativen
|
||
Strukturen.
|
||
Als Ergebnis einer empirischen Untersuchung der öffentlichen
|
||
Erziehungshilfe in Nordrhein-Westfalen lesen wir: „Der erreichte
|
||
Stand an Professionalisierung gerade auch der administrativen
|
||
Routinen, die fachliche Standards in verwaltungsrationale
|
||
Abarbeitungen einführen sollte, muß eher skeptisch beurteilt werden“
|
||
(Otto et al. 1991, S. 138). Dabei war in ihrer Studie beachtenswert,
|
||
dass durchaus vorhandene Gestaltungsmöglichkeiten in ihren Ämtern
|
||
von den Mitarbeiterinnen oft nicht genutzt wurden.
|
||
Das Gegenstück dazu bildeten lang anhaltende Widerstände der
|
||
Hierarchien. Verwaltungschefs – sie kamen und kommen häufig noch
|
||
immer nicht aus der Sozialarbeitsprofession – waren misstrauisch
|
||
gegenüber einem Umzug ihrer Fachkräfte aus den Rathäusern in die
|
||
Vororte. Ein Berliner Bezirksbürgermeister begründete seine
|
||
Ablehnung des dortigen Reformmodells mit den Worten: „Ich möchte
|
||
jeden Morgen durchs Rathaus gehen können und meine Mitarbeiter
|
||
an ihren Arbeitsplätzen sehen.“33 Die Verfasser des Jugendberichts
|
||
von 1990 mussten die Vorschläge zur Organisationsreform aus dem
|
||
Jugendbericht von 1972 „mit Nachdruck“ wiederholen (BMJFFG
|
||
1990). Sicherlich hat sich in dem Reformwiderstand der Leitungen
|
||
auch ein Misstrauen gegenüber einer sozialpädagogischen Profession
|
||
ausgedrückt, von der man vermutete, sie habe sich unter dem
|
||
Einfluss der kritischen Sozialarbeit auf den „langen Weg durch die
|
||
Institutionen“ begeben. Außer an Vertrauen in die Fachlichkeit hat es
|
||
jedoch oft auch an Verständnis dafür gefehlt, was eine Veränderung
|
||
von bürokratischen Strukturen in bürgernahe und situationsgerechte
|
||
Dienstleistungssysteme an fachlichen Kompetenzen erfordert, die in
|
||
Aus- und Weiterbildung entwickelt und durch eine entsprechende
|
||
Organisationskultur motivational gestützt werden müssen.
|
||
Es ist beachtlich, was für ein Kompetenzprofil sozialer Fachkräfte
|
||
die Verfasser des 8. Jugendberichts 1990 zusammengestellt haben:
|