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schon deshalb möglich, weil es in jedem Familienleben zu
unvorhersehbaren Belastungen kommen kann.
Oft ist es hilfreich, das Ende über mehrere Etappen zu erreichen,
z. B. nach einer neunmonatigen Intensivtherapie ein erstes
Abschlussgespräch zu führen und dann in längeren Abständen etwa
nach drei und sechs Monaten noch zwei weitere festzulegen.
Bei der Ausgestaltung des Abschlussrituals gilt es also vor allem,
den Selbstwert der Familie zu unterstreichen und Übergangshilfen
anzubieten, welche die Familie auch nach dem offiziellen
Therapieende weiterhin begleiten. Ich halte ein solches Ritual für
sehr wichtig.
Die Heilsamkeit und die Nützlichkeit von Ritualen in
Übergangssituationen haben Imber-Black et al. überzeugend
dargestellt (Imber-Black et al. 1993 u. 3.2.2.5).
Welche Kriterien lassen sich festlegen, um zwischen der Indikation
für eine sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) und der für eine
aufsuchende Familientherapie (AFT) zu unterscheiden?
Die SPFH operiert mit einer größeren Vielzahl von Settings,
Aufgaben und Handlungsbereichen. Gespräche mit der ganzen
Familie, den Eltern, Kindern, einzelnen Familienmitgliedern, Teilen der
Familie und Nachbarn , Hausaufgabenhilfe, Begleitung zu Ämtern
und die Hilfe bei der Stellung des Antrags auf Sozialhilfe, die
Initiierung von sozialen Kontakten außerhalb der Familie, die Hilfe bei
der Organisation des Haushaltes und der Erstellung eines Überblicks
über die finanzielle Situation all das und noch einiges mehr ist in
ihrem Rahmen möglich. Die wöchentliche Kontaktzeit ist erheblich
länger, und auch die Gesamtdauer kann über die der AFT weit
hinausgehen. Die Familienhelferin kann in viel stärkerem Maße die
Familie praktisch-unterstützend in ihrem Alltag begleiten: Eine
gemeinsame Kochaktion mit der Mutter bzw. dem Vater, ein Ausflug
mit der ganzen Familie, ein abendliches Babysitting, um den Eltern
einen gemeinsamen Abend außer Haus zu ermöglichen, oder ein
Discobesuch mit der bald volljährigen Tochter gehören zu ihrem
Handlungsspektrum. Das mindert natürlich nicht die Notwendigkeit