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4.2.1 Grundannahmen des Lebenszyklusmodells
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Mit dem Konzept des familiären Lebenszyklus lässt sich für die
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Geschichte eines Paar- und Familiensystems von seiner Konstitution
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bis zu dessen formalem Ende ein gemeinsamer Rahmen konstruieren.
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Das Lebenszyklusmodell ist ein Phasenmodell. Als Phasenmodell gibt
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es eine bestimmte Sicht der Wirklichkeit wider – nicht diese selbst;
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als Phasenmodell unterteilt es einen lang dauernden, manchmal
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lebenslangen Prozess in aufeinander folgende Abschnitte. Sein Wert
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erweist sich vor allem in der praktischen Hypothesenbildung bei der
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Arbeit mit Familien und Paaren. Das Lebenszyklusmodell basiert auf
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einigen wichtigen Annahmen.
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Die Zeit und damit Veränderung bzw. Entwicklung wird als
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grundlegende Perspektive eingeführt. Mit ihrer Hilfe können die
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zentralen Lebensereignisse einer Familie (familiäre life events –
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siehe Germain u. Gitterman 1983) in einer Struktur der
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Diachronie wahrgenommen, systematisiert und beschrieben
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werden.
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Das Modell geht zunächst vom „Normalfall“ einer
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heterosexuellen Paar- und Familienbeziehung und ihrem Ideal
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einer lebenslangen kontinuierlichen Dauer aus. Dieses Modell
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lässt sich unter dem Gesichtspunkt der Variierung von Lebensund Familienformen in der individualisierenden Postmoderne
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weiter differenzieren.
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Das Modell orientiert sich am Leitwert des psychosozialen
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Wachstums von Familien und Paaren. Nur unter dieser
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Voraussetzung ergibt die Idee des Durchlaufens aller Phasen
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einen Sinn. Paar- und Familiensysteme können sich auch in
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einer bestimmten Phase fixieren und damit auf eine qualitative
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Weiterentwicklung ihres Systems verzichten. Allerdings sind
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dann chronifizierte Konflikte zu erwarten, die zumindest für
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einige Mitglieder des Systems mit psychosozialen Belastungen
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einhergehen. Entwicklung findet als Koevolution aller
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systemischen Elemente unter drei Leitlinien statt: Ausweitung
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(quantitatives Wachstum), innere Differenzierung und
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