2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/161.md

30 lines
1.7 KiB
Markdown

Mikrosystemen, der als bedrohlich oder förderlich erlebt werden
kann. Eltern können im dyadischen Mesosystem Familie + Schule die
schulische Rückmeldung zur Leistungsfähigkeit ihres Kindes als Kritik
oder als Unterstützung der eigenen Erziehungsrichtlinien verstehen.
Die Schule hingegen hat die Möglichkeit, die Familienverhältnisse
eines auffälligen Schülers als Auftrag für dessen verstärkte
schulinterne Förderung zu interpretieren. Eine andere Option wäre
es, sein Verhalten als ein das Eingreifen des Jugendamtes
erforderndes Überschwappen des familiären Chaos in den Schulalltag
zu begreifen. Durch dessen Hinzutreten würde ein triadisches
Mesosystem Familie + Schule + Jugendamt entstehen. Je
vielschichtiger das System wird, desto wichtiger wird seine
Gesamtkoordination, wenn Probleme benannt und professionelle
Interventionen erforderlich werden. Im Rahmen der Sozialen Arbeit
wurde für diesen Fall das Konzept des Case-Management und der
Vernetzungsarbeit entwickelt (vgl. 5.5.2.2.1).
Mit dem Begriff des Mesosystems richtet sich die Perspektive der
Beobachterin auf die wechselseitige Beeinflussung von sozialen
Institutionen und Organisationen und die daran gebundene
Entwicklung einer Person. Die systemische Metatheorie spricht hier
von Rekursivität: Alle Systeme sind in einen Kontext zirkulärer
Beziehungen eingebunden, in dem jede von einem System
ausgehende Aktivität in vielfältigen Wandlungen auf dieses selbst
zurückwirkt. Das Konzept des Mesosystems repräsentiert in aller
Deutlichkeit, dass Systeme Muster entwickeln, die sie miteinander
verbinden, wodurch jedes von ihnen neue Wachstumsmöglichkeiten
gewinnt.
Das Modell eines Mesosystem soll das bisher Gesagte
zusammenfassen: