2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/150.md

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emanzipatorischen Rollentheorie mit dem Prozess des role
making, also der eigenen Ausgestaltung und Veränderung der
Rollenschablonen, gekoppelt (ebd., S. 142 ff.).
Ambiguitätstoleranz bezieht sich einerseits auf die Fähigkeit,
Widersprüche zwischen den eigenen und den fremden
Erwartungen an die Rollenausübung in die eigene
Identitätszuschreibung zu integrieren. Andererseits bezieht sie
sich auf die Fähigkeit, unterschiedliche Rollen (z. B.
Bauunternehmer und Gemeinderat) gleichzeitig auszuüben,
ohne sie zu vermischen oder rigide voneinander abzugrenzen.
Vom Bauunternehmer, der gleichzeitig Gemeinderat ist, wird
erwartet, dass er bei kommunalen Auftragsvergaben keine
Begünstigung seines Betriebes gegenüber anderen Anbietern
anstrebt, also beide Rollen trennt. Andererseits soll er aber
seinen bautechnischen und finanziellen Sachverstand in die
Diskussionen des Gemeinderates einbringen und damit beide
Rollen verknüpfen.
Identitätsdarstellung benennt die Möglichkeiten, sich in sozialen
Situationen allen anderen als abgegrenzte und auf ihrem
Eigensinn beharrende Person darzustellen (ebd., S. 168 ff.).