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ganz entgegengesetzten Bewertung des Augenblicks kommt,
verdankt sich ebenfalls dem thematischen Kontext. Wenn er
am Ende seines Lebens feststellen könnte, dass durch ihn die
Menschen ihre tätige Freiheit gewonnen hätten, dann sollte
dieser Augenblick ewig sein: Denn in ihm würde sich das „hohe
Glück“ erschließen und aufbewahren.
Kulturelle Zeit wird durch das gesellschaftliche Kollektiv
konstruiert und variiert von Kultur zu Kultur. Die westliche
Kultur hat z. B., ausgehend von der monotheistischen jüdischchristlichen Kultur, Zeit als eine aufsteigenden Linie des
Fortschritts definiert, an dessen Anfang das Chaos und am
Ende die Erlösung, das Paradies, die alle Ungewissheiten
beseitigende Beherrschung der Natur durch die Technik usw.
steht. Östliche Kulturen haben dagegen das Modell der
zyklischen Zeitabläufe entwickelt (siehe von Franz 1981).
Beispielhaft hierfür sind die hinduistischen und buddhistischen
Lehren von Wiedergeburt und Reinkarnation oder das
Beharren auf der Nützlichkeit unveränderlicher traditioneller
Strukturen. Der moderne westliche Menschen versteht sich als
Herrscher über seine Zeit; in ihrer Tradition verankerte
Menschen anderer Kulturkreise leben eher in den von außen
gegeben Zyklen der Zeit. Oder sie definieren Zeit wie die HopiIndianer weder zyklisch noch linear, sondern im Kontext einer
Polarität von materiellen äußeren Manifestationen und inneren
psychischen Wirklichkeiten.
„Sogar die uns selbstverständliche Unterscheidung von
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist nichts allgemein
Anerkanntes. Die Hopi-Indianer z. B. besitzen sie in ihrer
Sprache nicht. Ihre Welt hat nur zwei Grundaspekte; das
Manifeste, welches objektiv ist, und das subjektive
Unmanifestierte. Das Manifeste ist alles Vergangene und
Gegenwärtige. Die Zukunft hingegen existiert nur subjektiv im
Herzen, nicht nur des Menschen, sondern auch im Herzen der