2026-001/documents/theory/diagnostics/systemische-modelle-soziale-arbeit/pages/094.md

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der augenblicklichen Situation als an einer mit Übergangskrisen
verbundenen Weiterentwicklung des Systems interessiert. Die
Übergangskrisen sind durch Einstellungen und Regeln, die sich
wiederholende gleichgerichtete Kommunikationssituationen
erzeugen, in dem Bedeutungsrahmen „Angst und Unsicherheit“
fixiert worden. Quer dazu liegende Informationen werden
ausgeblendet. Familientherapeutische Interventionen müssten
die Familie anregen, einen neuen Bedeutungsrahmen für
Übergangskrisen zu schaffen, in dem die Erkenntnis ihrer
Notwendigkeit reifen kann und das Interesse an bisher nicht
bekannten Entwicklungsmöglichkeiten überwiegt. In dem eben
geschilderten Beispiel würden dann die Erkundungsschritte des
Kindes außerhalb der Familie stark begrenzt; es würde keine
neuen Verhaltensweisen erproben, sondern die in der Familie
erlernten weiterhin zeigen. Es würde nach der Schule so schnell
wie möglich ins vertraute Elternhaus zurückkehren und keine
neuen Kontakte suchen. Damit blieben entwicklungsfördernde
Informationen für die Familie unentdeckt.
In
der
Kombination
von
zentrifugalen
und
erhaltungsorientierten Kräften wird das für ständige
Turbulenzen sorgende Ausbrechen von Elementen aus dem
System durch konservierende Gegenreaktionen auf dessen
Organisationsebene eingedämmt. Es verschließt sich gegen
neue, von außen und innen kommende Informationen und kann
deshalb keine Bewältigungsstrategien für deren Integration
entwickeln. Im Rahmen einer komplementären Eskalation
werden die Außeneinflüsse in Verbindung mit den inneren
Kräfte
gegen
die
Konservierungsversuche
der
Organisationsebene immer stärker, bis das System an diesem
Widerspruch zerbricht.
Beispiel: Das Regierungssystem der DDR war durch eine
Abschottung gegen alle die Parteidoktrinen infrage stellenden
Umweltinformationen gekennzeichnet. Der „Eiserne Vorhang“
und die Berliner Mauer führten dazu, dass sich innerhalb des