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2.2
Systemdenken, Ökologie und Sozialarbeit
Wir gestalten unsere Interaktionen in sozialen Räumen.
Landschaften, der Himmel über und die Erde unter uns, Gebäude,
Straßen und ihre Verknüpfung mit Organisationen bzw. Institutionen
im Gemeinwesen stecken als dreidimensional wahrgenommene
Räume unsere Handlungsfelder ab. Wir gestalten sie und sie
gestalten uns in einem zeitlichen Verlauf, den wir zunächst als die
Linie Vergangenheit Gegenwart Zukunft erleben. Wir lassen
Beziehungsräume entstehen und vergehen, wir entwickeln in ihnen
neue Situationen, durch die sich Vergangenes aufhebt und Zukunft
vorweggenommen wird. Räumliches Sein lebt im zeitlichen Werden;
ohne diese Verknüpfung gäbe es keine lebenden Systeme.
Die Gesamtgesellschaft oder gar die Welt insgesamt ist wie auch
die Natur und das Universum Kontext der engeren sozialen Räume.
Diese überschaubaren Räume lassen sich mithilfe des
griechischen Begriffs oikos erschließen. Oikos war der Haushalt als
Wirtschaftseinheit. In ihm verbanden sich die gemeinsam
produzierenden und ihren Lebensunterhalt („Reproduktion“)
sichernden Menschen mit dem bearbeiteten Boden, den Tieren,
Pflanzen, Gebäuden und Werkzeugen. Er gewährleistete auch den
Austausch mit anderen Wirtschaftseinheiten, z. B. durch
Handelsbeziehungen.
Die moderne Ökologie betont unter Bezug auf dieses traditionelle
System vor allem den Gesichtspunkt einer wechselseitigen
Abhängigkeit zwischen der „ersten Natur“ und dem Menschen als
sozialisierter, „zweiter Natur“. Das setzt einen Ausgleich der
Interessen und die Respektierung der Natur als Lebensgrundlage aller
daran Beteiligten voraus.
Wenn wir den Aspekt der Balance zwischen System und Umwelt
im Interesse der Lebensfähigkeit beider zu einer grundlegenden
systemischen Perspektive machen, erweisen sich nicht nur Biotope,
sondern auch Menschen (biopsychosoziale Systeme) und
gesellschaftliche Umwelten als Ökosysteme. In ihnen verbinden sich