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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 304 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Ludger Kühling und Angelika Schmidt
hänge die Rahmenbedingungen zu schaffen, die neues Handeln ermöglichen.
Kinder und Eltern verfügen immer über eigene Lösungsideen
und Lösungsfantasien. Fragen nach den Lösungsideen oder den bereits erprobten Lösungen vermitteln das Bewusstsein, selbst an der
Entwicklung der Lösungsmöglichkeiten beteiligt zu sein. Nach einer
längeren Leidensgeschichte ist ihnen häufig der Blick für die Gestaltung und Beeinflussbarkeit der Zukunft verstellt. Die gewünschte,
selbst gestaltbare Zukunft ist für die Kooperation ein nützlicher Fokus. Die Beschäftigung mit der Zukunft unterstreicht die Orientierung an der Möglichkeit von Veränderung.
Die systemische Brille fokussiert auf den Eigensinn und die Eigenverantwortung der Kinder, Jugendlichen und Eltern. Alle Kooperationspartner werden als autonom und eigensinnig vorausgesetzt
(vgl. Herwig-Lempp 1994). Sie bestimmen über die Bedeutung einer
Botschaft oder Intervention. Sie sind selbst verantwortlich für das, was
sie tun. Die Verantwortung der Fachkräfte besteht darin, mit den Kindern und Eltern zusammen neue Bedeutungen und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
3. Das Projekt
3.1 Ziele des Projekts
Die Gesamtheit des pädagogischen und organisatorischen Alltags soll
unter systemischen Gesichtspunkten gestaltet werden, der Blick durch
die systemische Brille soll kontinuierlich eingeübt und praktiziert werden. Durch die Fokussierung auf die Schlüsselprozesse wird dabei eng
an die bestehende Praxis angekoppelt und diese systemisch weiterentwickelt. Der Lernprozess orientiert sich dabei an den von den Mitarbeiterinnen und der Einrichtungsleitung gesehenen Fortbildungsbedarfen und Zukunftsentwürfen. Das Personal und das System »Jugendhilfeverbund« sollen qualifiziert werden, auf die Herausforderungen
für die Jugendhilfe durch die Entwicklung immer differenzierterer und
spezifischerer Hilfeangebote adäquat reagieren zu können. Es soll ein
einheitlicher, an systemischen Grundhaltungen orientierter Arbeitsstil
entwickelt werden, der sowohl die individuellen Kompetenzen der Mitarbeiterinnen berücksichtigt und gewährleistet als auch eine gemeinsame Grundausrichtung bezüglich des Arbeitsstils gegenüber Kunden,
Kolleginnen und externen Kooperationspartnerinnen ermöglicht.
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