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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 210 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Michaela Herchenhan und Sabine Heppel
• Negativempfehlungen (was sollte unbedingt vermieden werden?):
Einzelgespräche mit Jan
Jan als psychisch krank stigmatisieren
die bisherigen Lösungsversuche abwerten.
Erwartungen der fallzuständigen ASD-Mitarbeiterin an die Systemischen Klärungsgespräche:
• mehr Hoffnung bei der Familie, ihre Situation ändern zu können
• Entlassung Jans aus der KJP
• Ideen für einen anderen Ort zum Leben für Jan.
Aufgefallen war uns, dass bei allen bisher im Hilfeprozess beteiligten
Sozialarbeiterinnen ein hohes Engagement für die Familie bestand.
Wir, die im Klärungsprozess tätigen Professionellen, nahmen uns
vor, es mit mehr Distanz und weniger Hilfeengagement zu versuchen. Wir hatten die Hypothese, dass die Familie ihre eigenen Ressourcen desto mehr nutzen werde, je weniger Hilfe angeboten wird.
Gewundert haben wir uns auch über nicht geäußerte Disharmonien,
Ärger oder Wutgefühle von Jan, seiner Schwester oder den Eltern.
6.3 Der Telefonkontakt
Dieser Kontakt kam schon am Tag nach dem Übergabegespräch zustande. Die Mutter meldete sich telefonisch und kündigte die Teilnahme aller Familienmitglieder an. Jan werde für das Erstgespräch vom
Vater aus der KJP abgeholt. Sie bat um einen schnellstmöglichen Termin und wollte, dass das Gespräch im Jugendamt stattfinden solle.
Der Termin für das Erstgespräch wurde für eine Woche später vereinbart.
6.4 Das Erstgespräch
Nach der Vorstellung von uns, den Professionellen (Herchenhan und
Heppel), wurde die Familie gefragt, was sie über den Ablauf der Klärungsgespräche wissen wolle und welche Erwartungen sie daran
knüpfe. Hier führten wir demonstrativ die Unterschiedlichkeit und
Vielfalt der einzelnen Vorstellungen ein. Der Vater erwartete, dass es
aufgrund der Klärungsgespräche einen neuen Lösungsweg gebe, die
Mutter erhoffte sich mehr Selbstständigkeit von Jan, die Schwester,
dass es Jan wieder besser gehe, und Jan selbst, dass er erfahren könne,
ob er psychisch krank sei, und dass er keine Suizidversuche mehr un210