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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 105 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
5. Die Mehrgenerationenperspektive zu Beginn des Hilfeprozesses
Für jede Jugendhilfeleistung ist eine jährliche Falleingabe ins
Stadtteilteam obligatorisch, damit die Wirksamkeit der bisherigen
Hilfe überprüft werden kann. Im Rahmen des HzE-Projektes sind die
mit Beginn einer Jugendhilfe fälligen Hilfeplangespräche durch zeitnahe vierteljährliche Kontraktgespräche ersetzt, die verstärkt auf die
Mitarbeit der Betroffenen und das Erreichen konkreter Ziele ausgerichtet sind.
Auch fallübergreifende Aspekte greifen die Stadtteilteams auf,
um personelle und materielle Ressourcen des Stadtteils bewusst zu
nutzen oder gegebenenfalls zu mobilisieren.
2. Das Konzept der systemisch-mehrgenerationalen
Fallarbeit im ASD
Die Sozialarbeiterinnen im ASD und in den Beratungszentren sind in
der Regel mit äußerst komplexen Problemlagen konfrontiert: Armut,
Lernbehinderungen usw. korrespondieren häufig mit psychischen
Problemen, Erkrankungen, inkonsequentem Erziehungsverhalten
sowie ungünstigen Beziehungsstrukturen. Ein Mangel an materiellen
Ressourcen wirkt sich generell verschärfend auf persönliche und familiäre Konflikte aus. Darum ist es eine wichtige Aufgabe des ASD,
Problemlagen durch die Vermittlung materieller Leistungen zu bessern und Überforderungstendenzen durch die Vermittlung von entlastenden Jugendhilfeangeboten zu begegnen. Doch so wichtig dies
ist, eine dauerhafte Verbesserung benötigt mehr. Wenn unzureichende materielle Ressourcen mit familiären Beziehungskonflikten verflochten sind, ist es notwendig, den Zusammenhang zwischen Lebensbedingungen und innerfamiliären Beziehungsproblemen genauer zu analysieren. Erfolg versprechende Interventionen zielen
darauf ab, Veränderungen auf beiden Ebenen anzuregen (vgl. Goldbrunner 1989).
Obwohl bei den Adressatinnen des ASD nachweislich ein hoher
therapeutischer Bedarf vorliegt, sind diese Familien überwiegend
nicht in der Lage, traditionelle psychotherapeutische Angebote anzunehmen. Andererseits erlauben es die Rahmenbedingungen im Allgemeinen Sozialdienst nicht, eine mit Therapien vergleichbar intensive Begleitung zu gewährleisten. Hier liegt die Chance von kurzzeitorientierten Konzepten, z. B. der systemischen Familientherapie. Sie
lässt sich gut in den Arbeitsalltag des ASD, der Sozialpädagogischen
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