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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 97 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
4. Der Erstkontakt mit Klienten und Klientinnen im Rahmen der öffentlichen Jugendhilfe
Kind erwarte. Sie sei verheiratet, den Vater habe man aber bisher nicht
zu Gesicht bekommen. Es habe geheißen, er sei Fernfahrer und viel unterwegs.
Das Gespräch mit der Erzieherin ergibt, dass es sich hier nicht um
eine akute Notsituation eines Kindes handelte, in der die Familie unmittelbar hätte aufgesucht werden müssen.
Die Sozialarbeiterin meldet sich daraufhin schriftlich zu einem
Hausbesuch an. In dem Brief stellt sie sich kurz in ihrer Funktion als
Mitarbeiterin des Sozialen Dienstes vor. Sie berichtet im Detail über die
Sorgen der Erzieherin und erklärt sich mit diesen Sorgen verbunden.
Der Brief spricht daraufhin die möglichen Sorgen der Eltern an, über die
die Sozialarbeiterin mit ihnen sprechen wolle. Sie schreibt, dass dieser
Brief sicher eine beunruhigende Wirkung haben kann, aber auch die
Hoffnung wecken könnte, eventuell Hilfe für die Bewältigung des familiären Alltags zu bekommen. Schließlich macht sie einen Terminvorschlag für einen Hausbesuch. Selbstverständlich könne die Mutter
die Sozialarbeiterin auch in ihrem Büro aufsuchen. Ein telefonischer
Rückruf wird erbeten.
Schon wenige Tage nach Abgang des Briefes hat die Mutter bei der
Sozialarbeiterin angerufen und sich mit einem Hausbesuch einverstanden erklärt.
Die Familie bewohnt ein kleines Einfamilienreihenhaus in einer
ehemaligen Arbeitersiedlung. Nachdem die Sozialarbeiterin geklingelt
hat, öffnet nach kurzer Zeit das dreijährige Mädchen die Tür und führt
die Sozialarbeiterin geradeaus durch den Flur in die Küche. Der Flur ist
eng zugestellt mit alten Möbeln und Gerümpel, sodass nur ein schmaler
Trampelpfad vorhanden ist. Die Sozialarbeiterin braucht etwas Zeit, um
sich an den dunklen Gang und an einen beißenden und muffigen Geruch von Katzen zu gewöhnen. Sie trifft schließlich die Mutter in der Küche an, die sie zurückhaltend begrüßt. Ein mittelgroßer und ein etwas
kleinerer Hund wollen an der Sozialarbeiterin schnuppern, was ihr unangenehm ist, von der Mutter aber nicht wahrgenommen zu werden
scheint. Außerdem liegen oder laufen mehrere Katzen verschiedenen
Alters herum. Die Fenster sind geschlossen. Eine zum Garten gehende
Tür scheint nur angelehnt. Der Geruch ist ätzend. Ansonsten wirkt dir
Küche aufgeräumt und sauber.
Die Mutter bietet Kaffee an, den die Sozialarbeiterein dankend ablehnt. Um den Einstieg zu erleichtern, spricht sie die augenblickliche
Situation der Mutter an, die durch den Brief und den Hausbesuch bestimmt ist. Hiermit scheint dir Mutter aber keine Probleme zu haben.
Vielmehr kommt das Gespräch schnell auf den Inhalt des Briefes. Die
Mutter sagt, ihr sei zwar schon mal die Hand ausgerutscht, aber sie
schlage Nicole nicht wirklich. Sie räumt aber von sich aus ein, dass sie
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