31 lines
1.8 KiB
Markdown
31 lines
1.8 KiB
Markdown
296
|
||
„In diesem Beruf ist es sehr schwer, Beruf und Privatleben zu trennen, weil man
|
||
immer Probleme mit nach Hause nimmt. Zu Hause fällt mir ein, was ich tun
|
||
kann und wie ich reagieren kann.“
|
||
|
||
Die Themen und Belastungen des beruflichen Alltags wirken in
|
||
das Privatleben hinein, manchmal im Unbewussten und gegen den
|
||
eigenen Willen:
|
||
„Ich habe ganz große Schwierigkeiten, abzuschalten. Nachts träume ich oft von
|
||
den Kindern, von mir selbst, aber ungewollt, ich hatte immer den Anspruch, ich
|
||
möchte jetzt für mich sein, aber oft ist es nicht gelungen, zu trennen.“
|
||
|
||
Um eine stellvertretende Traumatisierung zu vermeiden, bedeutet
|
||
Selbstsorge auch eine erhöhte Selbstaufmerksamkeit für körperliche Signale. Versuche, Worte für die eigenen Erfahrungen und
|
||
Gefühle zu finden, das eigene Niveau an Behaglichkeit zu regeln
|
||
und zu lernen, überwältigende Gefühle zu vermindern, ohne in
|
||
Abwehr abzugleiten, sind mögliche und notwendige Schutzmaßnahmen. „Eine konsequente Haltung des inneren wohlwollenden
|
||
Beobachtens ist für Selbstsorge und Burnout-Prophylaxe unschätzbar.“ (Reddemann 2003, S. 83)
|
||
Die erschütternden Erfahrungen, die erschütterten Normen,
|
||
die Beunruhigung aus dem Wissen, wozu Menschen fähig sind,
|
||
brauchen ihren Platz und die Möglichkeit, Gefühle zuzulassen,
|
||
sie zu beruhigen und auszuheilen. Die Akzeptanz der Tatsache,
|
||
dass nichts mehr so ist wie früher: „Ich gucke anders wie früher“
|
||
beschreibt einen schmerzhaften Reifeprozess, der Grundlage von
|
||
Selbstsorge in der Begleitung der Mädchen und Jungen aus herausfordernden Lebensumständen ist. Die Selbstsorge beinhaltet auch
|
||
ein realistischeres Bild der Möglichkeiten des beruflichen Handelns.
|
||
Möglichkeiten der Selbstsorge
|
||
– Erhöhte Selbstaufmerksamkeit
|
||
– Akzeptanz von Leiden
|
||
– Spirituelle Anbindung
|