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„Bei Stress versinkt mein Kopf im Nebel“, so die 14-jährige Sonja. ‚Als wär ich
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ein Geist, der auf mich runterschaut‘, so beschreibt Johanna ihre dissoziativen
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Zustände und Monika spricht von der ‚Weiß-nix-Zeit.‘
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Sehr klar beschreiben die Mädchen ihre störungswertigen dissoziativen Zustände. Und auch wenn in der Kinder- und Jugendhilfe
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Dissoziation als Handlungsauftrag weitgehend dissoziiert ist, lösen
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diese Zustände große Verunsicherung aus, sie trennen vom Selbst
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und von den anderen. Die Mädchen und Jungen brauchen Hilfe.
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‚Dissoziation war früher ein Überlastungsschutz‘, diese Erklärung
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hilft, die Sinnhaftigkeit zu verstehen. ‚Wenn wir über eine lange Zeit
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so agieren mussten, verändert unser Gehirn seine Funktionsweise. Wir
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fahren sozusagen im Autopiloten. Der Überlastungsschutz ist dann
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ein Dauermodus. Bei der geringsten Kleinigkeit spüren wir uns nicht
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mehr, wir verlieren die Kontrolle über das, was wir tun. Wir können
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uns in der Schule nicht mehr konzentrieren oder fallen vielleicht sogar
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in ein Kurzzeitkoma. Viele erleben solche Situationen auch so, als
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würden sie sich selbst von außen beobachten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass dann die Erinnerung an die letzten Stunden wie weggeblasen
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ist.‘ Wir können auch die Entwicklung von Persönlichkeitsanteilen
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erklären. ‚Manche Lebenssituationen sind so bedrohlich, dass wir – um
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irgendwie zu überleben – diese Erlebnisinhalte in Teile aufspalten, die
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sich erst einmal in uns verstecken. Womöglich hatten wir früher Angst,
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zu verhungern, also Todesangst. Und weil die schwer aushaltbar ist,
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haben wir diese große Angst abgespalten. Sie führt als ein inneres Kind
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in uns – vielleicht ein ganz junges – ein Eigenleben. Möglicherweise ist
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da noch ein Teil – ein wenig älter –, der mit gutem Grund unvorstellbar
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wütend ist. Und weil die Wut und der Hass so groß sind, dürfen diese
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Teile mit ihren Gefühlen sich nicht zeigen. Vielleicht weil wir Angst
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haben, andere zu verletzen. So sehr wir versuchen, diese Teile in uns
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zu bekämpfen, sie sind immer da und kommen in der Regel dann zum
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Vorschein, wenn wir sie gar nicht brauchen können.‘ (Weiß 2018b)
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All dieses Wissen entlastet und macht den Weg frei für Handlungen:
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