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Das Konzept der Beziehungsvielfalt wurde insbesondere in milieutherapeutischen Einrichtungen entwickelt. Bruno Bettelheim und
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Fritz Redl schufen Mitte des 20. Jahrhunderts milieutherapeutische
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Konzepte (6.4), die den Kindern Lebensräume schaffen sollten, in
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denen sie heilsame emotionale Bindungen eingehen konnten. Im
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idealen Fall leben sie in einem Raum stabiler, sozialer Beziehungen,
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in einer heilenden Gemeinschaft. „Ausdrücklich geht es bei diesen
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Überlegungen jedoch um Beziehungsvielfalt, nicht um Beziehungsdyaden alleine“ (Gahleitner 2011, S. 29). Gerade auf der Suche nach
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Hilfe werde das Bindungssystem von Kindern und Jugendlichen
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hochgradig aktiviert, deshalb seien helfende Beziehungen grundsätzlich Bindungsbeziehungen und entfalten „[…] ihre Wirkung
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am besten in aufeinander abgestimmten Beziehungsnetzwerken.“
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(Gahleitner 2011, S. 56)
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Bindungstraumatisierte Kinder und Jugendliche brauchen
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Bezugspersonen, die durch eine Co-Regulation neue Erfahrungen
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ermöglichen und eine Förderung und Entwicklung der Selbstregulation anregen (Lang 2016), so begründet Thomas Lang ein
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weiteres Konzept einer Bindungspädagogik, die Coregulation und
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Entwicklung der Selbstregulation: „Die permanente Überaktivierung
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des Bindungssystems und gleichzeitig die mangelnde Fähigkeit zur
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Selbstregulierung lassen bindungstraumatisierte Mädchen und
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Jungen sich in Beziehungen verkämpfen oder sich aus ihnen zurückziehen.“ (ebd., S. 279). Co-Regulation bedeutet neue Erfahrungen
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zu ermöglichen und eine Forderung und Entwicklung der Selbstregulation anzuregen. „Wir lernen […] die Regulierung unserer
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Gefühle, den Umgang mit dem Körper und seinen Bedürfnissen,
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indem jemand anders uns versorgt, unsere Gefühle ernst nimmt,
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uns zeigt, was man mit den Bedürfnissen anfängt.“ (Hantke/Görges
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2012, S. 43)
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Auf jeden Fall beinhaltet Bindungspädagogik, die Mädchen und
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Jungen in der Reflexion ihres Bindungsverhaltens auch kognitiv und
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alltäglich zu begleiten (Bowlby 1995, S. 129 ff.).
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„Die Wiederanknüpfung sozialer Beziehungen beginnt mit der
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Entdeckung, dass man nicht allein ist. Nirgendwo spürt das Opfer
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das so unmittelbar und in so überzeugender Deutlichkeit wie in einer
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Gruppe.“ (Herman 1993, S. 308). Diese bedeutende pädagogische
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