2026-001/documents/theory/diagnostics/philipp-sucht-sein-ich/pages/028.md

33 lines
2.2 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

28
Medizin, der Psychiatrie und der Psychologie mit traumatisierten
Menschen (Kap. 4).
In Teil B beschreibe ich Möglichkeiten der Pädagogik zur
Unterstützung der Bewältigung herausfordernder Lebensumstände. Traumapädagogik ist eine relativ junge Fachrichtung mit
alten Wurzeln. Sie ist kein geschlossenes Gebilde und verfügt über
nicht wenige, auch differente Konzepte (Kap. 6), dies gilt auch für
eine traumainformierte Bindungspädagogik (Kap. 7). Verstanden
werden, Selbst-Verstehen und gemeinsam Verstehen bilden den
Boden der Erfahrung Hey, ich bin normal und sind die Grundlage
der Pädagogik der Selbstbemächtigung (Kap. 8). Dazu gehören auch
das Einordnen der bisherigen lebensgeschichtlichen Erfahrungen
und die Sinnfindung als Grundlagen der Gestaltung von Gegenwart und Zukunft (Kap. 9). Die Integration von therapeutischem
Wissen in die Pädagogik und ein Konzept der Zusammenarbeit
von Pädagogik und Therapie erleichtern den Kindern, aber auch
den Bezugspersonen den Alltag (Kap. 10). Und es erscheint mir
dringlicher denn je, die Mädchen und Jungen bei der Suche nach
einer geschlechtlichen und sexuellen Identität zu begleiten, besonders dann wenn sexuelle und geschlechtliche Normen durch
traumatische Erfahrungen besetzt sind. Sichere, positive geschlechtliche und sexuelle Identität sind wertvolle Grundlagen des Selbst
(Kap. 11). Der Schutz vor erneuten Übergriffen ist zentrales Ziel
(Kap. 12).
In Teil C beschreibe ich die besonderen Belastungen der
Pädagog*innen (Kap. 14). Sie sind durch die auch verletzenden
und abwertenden Verhaltensweisen der Kinder und Jugendlichen
herausgefordert, in ihrer wertschätzenden Haltung zu bleiben.
Professionelle Grundkompetenzen (Kap. 15) wie Sachkompetenz,
Selbstreflexion und Selbstsorge und Sinnfindung erleichtern
das Halten der Haltung. Die nicht geringen Belastungen der Begleitung von Mädchen und Jungen aus herausfordernden Lebensumständen fordern die Leitungen. Insbesondere die Unterstützung
der Pädagog*innen ist für sie eine Kernaufgabe. Gesellschaftliche
Bedingungen, die sich z. B. in Strukturen der öffentlichen Kinderund Jugendhilfe, in Finanzierungsrichtlinien etc. manifestieren,
machen das nicht gerade einfacher (Kap. 16).