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424
Verstehen, wie ich ticke
mer*innen brauchen, verarbeiten können und wollen und ihnen nach Einschätzung der Leiter*innen am besten hilft.
So kann es gelingen
Champions League der Traumapädagogik, so haben wir es immer wieder auch
mal schmunzelnd genannt. Doch das ist nicht ganz falsch. Besonders Mädchen*
und Jungen* aus herausfordernden Lebensumständen haben sehr feinsinnige Antennen dafür, mit wem sie über ihre Erfahrungen reden können und mit wem
nicht. Wenn ein Kind getriggert wird, gilt es, dies möglichst schnell zu erkennen
und es zuverlässig aus einer Rückblende herauszuholen. Menschen, die Workshops für Mädchen* und Jungen* anleiten, haben eine hohe Verantwortung. Voraussetzung sind pädagogische Leidenschaft und keine Angst vor schweren Themen. Ausreichendes Fachwissen erleichtert das Tun ungemein. Störungswertige
dissoziative Zustände können eine Gruppe sprengen. Mit Fachwissen und dem
Wissen um heilende Interventionen kann dies verhindert oder beendet werden.
Vertrauen in die Mädchen* und Jungen* ist angebracht. Nicht selten haben diese bereits kluge und hilfreiche Strategien im Umgang mit ihrer Traumatisierung
entwickelt und wissen genau, was zu tun ist und was sie brauchen. Deshalb sehen
wir die Mädchen* und Jungen* als Expert*innen für herausfordernde Lebensumstände an, von denen auch die KiWo-Leiter*innen viel lernen können. »Im Grunde haben wir nur ein einziges wirklich zuverlässiges Lehrbuch, und das sind unsere Patienten. Wir sollten nur auf das vertrauen, was wir von ihnen und aufgrund
unserer eigenen Erfahrungen lernen würden.« So zitiert van der Kolk den Rat
seines Lehrers, Elvin Semrad (van der Kolk 2015, S. 20) Das Expertenwissen der
traumatisierten Kinder und die daraus resultierende Kraft immer wieder in deren
Bewusstsein zu holen, ist eine wichtige Verantwortung der KiWo-Leiter*innen.
Die oben beschriebene innere Haltung sollte sich während der Arbeit auch in der
Sprache der KiWo-Leiter*innen niederschlagen. So kann beispielsweise der Begriff Selbstverstehen den Begriff Psychoedukation, Herausfordernde Lebensumstände das Wort Traumata und Gemeinsames Tun das Wort Hilfe ersetzen. Das Verständnis für den Dreiklang des Verstehens verstanden werden, selbst
verstehen, gemeinsam verstehen kann die oben beschriebene innere Haltung der
KiWo-Leiter*innen noch förderlich ergänzen (Weiß 2024, S. 171ff.). Die Annahme
der Expert*innenschaft ist die Basis unserer Arbeit.
Diese Themen erfordern Selbstreflexion. Stressregulation ist ohne das Wissen über
die Körperempfindung, die körpergewordene Sprache der Gefühle (Levine/Kline
2004) und eigener Übung im Umgang mit Körperempfindungen zumindest schwierig. Übertragungen und Gegenreaktionen die der Referent*innen und die der Teilnehmer*innen sind immer gegenwärtig. Wir fordern die Mädchen* und Jungen* ja