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Verortung in der Traumapädagogik
Diesem Aufruf von Hartwig, Kanz und Schone schließe ich mich gerne an und bin
überzeugt, dass er nicht nur für den Bereich der Fremdunterbringung, sondern
auch für alle anderen pädagogischen Handlungsfelder Gültigkeit hat.
Verortung in der Traumapädagogik
Traumpädagogik beinhaltet eine Vielzahl unterschiedlicher Konzepte für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in allen pädagogischen Handlungsfeldern.
Traumapädagogik ist also vor allem die Idee einer pädagogischen Haltung und die
Idee einer pädagogischen Bewegung.
Das Konzept Traumapädagogische Gruppenarbeit bezieht sich auf die zentralen Konzepte der Traumpädagogik, die Pädagogik der Selbstbemächtigung nach
Wilma Weiß (Weiß 2009) und die Pädagogik des sicheren Ortes nach Martin
Kühn (Kühn 2009). Aber auch andere traumapädagogische Konzepte, wie etwa
Stabilisierung und Selbstfürsorge für pädagogische Fachkräfte als institutioneller
Auftrag nach Birgit Lang (Lang 2009) werden berücksichtigt.
Die Gruppe und die Gruppendynamik soll ein so weit als möglich sicherer Ort
sein, an dem alle gemeinsam, aber auch jede*r für sich einen Zugang zur Selbstbemächtigung haben kann, der durch die verantwortliche Unterstützung sicherer
und gut versorgter Pädagog*innen angeleitet und begleitet wird.
Ein zentrales Ziel pädagogischen Handelns ist es, Kindern und Jugendlichen
Erfahrungen von Selbstwirksamkeit in sozialen Kontakten zugänglich zu machen. Überall da, wo Kinder und Jugendliche sind, ist die Wahrscheinlichkeit
groß, dass einige oder alle von ihnen auch belastende oder traumatische Lebenserfahrungen gemacht haben, die die Integration in soziale Bezüge immer wieder
beeinträchtigen.
Die Dynamik von Trauma und Gruppe
Im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung befasst sich Kühner mit der Frage,
auf welche Weise »die Verbindung vieler einzelner Schicksale zu einem gemeinsamen, miteinander geteilten Trauma« (Kühner, zitiert nach Karger 2004, S. 17) entsteht. Orientiert an dieser Fragestellung möchte ich erläutern, wie traumatische Erfahrungen Einzelner zum Bestandteil der Gruppendynamik pädagogischer Gruppen
werden können, und unterscheide in drei Bereiche (Bausum 2009, S. 189f.):
Gemeinsame traumatische Erfahrung: Eine Gruppe erlebt zur gleichen Zeit am
gleichen Ort gemeinsam ein traumatisches Ereignis. Das können beispielsweise
Verkehrsunfälle oder Naturkatastrophen sein.
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