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Sekundäre Traumatisierung
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beigemessen. Die Ergebnisse der Untersuchung von Daniels legen nahe, dass sich
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durch die alltägliche Beschäftigung mit den Folgen existenzieller Bedrohung auch
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ohne direkten Kontakt zur traumatisierenden Situation ähnliche Symptome entwickeln können, wie sie von den direkt betroffenen Menschen berichtet werden.
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Eine »übertragene« Traumatisierung »äußert sich in Form von PTBS-ähnlichen
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Symptomen« (Daniels 2008, S. 2). Als solche fasst sie zusammen: Übererregbarkeit
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(Hyperarousal), ungewollt wiederkehrende Erinnerungen (Intrusionen), Vermeidung (Konstriktionen). Darüber hinaus benennt sie als begleitende Symptome:
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depressive Verarbeitung (Hoffnungslosigkeit, Energiemangel, Suizidalität) und
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Suchtverhalten. Daniels geht davon aus, dass sekundäre Traumatisierung kein
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»Zeichen mangelnder Professionalität, sondern ein Resultat ausgeprägter Empathiefähigkeit ist. Sie ist eine normale Reaktion auf unnormale Informationen –
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und sollte als solche nicht weiter einer professionsweiten Tabuisierung unterliegen« (Daniels 2008, S. 7).
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Die Ergebnisse der genannten Studie können ein hilfreicher Beitrag dazu sein,
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dass auch in pädagogischen Kontexten die individuellen Reaktionen auf sekundäre Traumaexposition enttabuisiert werden. Gleichzeitig bedeutet dieses medizinisch orientierte Verständnis, dass die Folgen der Begegnung mit man-made-disaster in den psychiatrischen Bereich verschoben werden. Die verursachenden
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gesellschaftlichen, sozialen und institutionellen Bedingungen bleiben dagegen
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unsichtbar.
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Besonders deutlich wird dies, wenn eine in dieser Studie zusätzlich gefundene
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Symptomkategorie reflektiert wird, von der es dort heißt, dass sie im Zusammenhang mit sekundärer Traumaexposition gehäuft auftritt. Daniels spricht von einem
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»Parapsychotischen Bedrohungsgefühl«. Als Leitsymptom nennt sie »ein intensives Bedrohungsgefühl, das z. T. mit bildhaften Vorstellungen von Übergriffen einhergeht. Von der Qualität und der geringen Kontrollierbarkeit her erinnern diese
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Symptome an Wahngedanken und Paranoia. Der anderweitig adäquate Realitätsbezug grenzt sie jedoch von psychotischen Phänomenen ab: Parapsychotisches
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Bedrohungserleben« (Daniels 2008, S. 7).
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Mit dieser neu gefundenen Symptomkategorie »Parapsychotisches Erleben«
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werden ein individuell wahrgenommenes Gefühl der Bedrohung und das Bedürfnis nach Sicherheit in die Nähe von Wahnvorstellungen gerückt. Die berufsbedingte Nähe zu traumatisierten Menschen und ihrem Leid konfrontiert damit,
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dass die Idee, die Welt sei ein sicherer Ort, sich als Illusion erwiesen hat. Hinzu
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kommt, dass für viele Kolleg*innen der eigene Arbeitsbereich neben der hohen
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psychischen Belastung durch sekundäre Traumaexposition auch die Gefahr tätlicher Angriffe birgt. Dies bringt die Notwendigkeit mit sich, das subjektiv erlebte
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Bedrohungsgefühl nicht als individuelle psychoseähnliche Pathologie zu werten,
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sondern als Aufforderung, Strukturen zu schaffen, welche die Sicherheit am Arbeitsplatz und den professionellen Selbstschutz erhöhen.
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