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individueller Ebene, im engeren Sinne eine lebensbegleitende Wirkung, wie das neunte Prinzip zur Wirkung intersektionaler Ungleichheiten dann in aller Ausführlichkeit erläutern wird.
7.1
Sechstes Prinzip zur Bedeutung der Familie für die Sozialisation
Als primärer und wichtigster Sozialisationskontext fungieren in den meisten Kulturkreisen die Familien. Sie agieren seit Jahrhunderten als die einflussreichsten Vermittler der äußeren Realität und werden oft als »primäre Sozialisationsinstanz« bezeichnet, da sie für die meisten Menschen die erste und wichtigste soziale Umwelt bilden. Wie in einem Mikrokosmos spiegeln sich in einer Familie von früher Kindheit an soziale, kulturelle und ökonomische Lebensbedingungen, die auf die Persönlichkeitsentwicklung einwirken und frühe Formen der Realitätsverarbeitung bedingen. Gegenstand und Verortung
Familien sind der erste und vielleicht der wichtigste Ort der Sozialisation. Sie werden deshalb schon in der klassischen Sozialisationsperspektive berücksichtigt, erleben aber einen Bedeutungswandel in der historischen Entwicklung (Nave-Herz 2006). In modernen Dienstleistungsökonomien wie der deutschen entsteht neben den Familien ein breites Spektrum eigenständiger gesellschaftlicher Teilsysteme für Wirtschaft und Arbeit, Politik und Verwaltung, Religion und Wertsetzung, Information und Unterhaltung, aber eben auch für Sozialisation, Erziehung und Bildung. Die meisten dieser Teilsysteme sind in Form von sozialen Organisationen