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Sozialisation in der Lebensphase Erwachsener
Der Eintritt in die Lebensphase des Erwachsenenalters ist typischerweise durch die Übernahme der Rolle des Erwerbstätigen und des Familiengründers definiert. Infolge der zerfaserten Gestalt der Lebensphase Jugend werden diese beiden sozialen Meilensteine im Lebenslauf heutzutage zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten passiert. Daher erfolgt der Eintritt in die Lebensphase des Erwachsenenalters meist sehr spät im Lebenslauf. Durch den immer größer werdenden Anteil von Menschen, die nicht in Ehen leben, und durch die steigende Arbeitslosigkeit kommt es sogar dazu, dass viele Gesellschaftsmitglieder den Status Erwachsener im Sinne des traditionellen »Standard-Lebenslaufs« gar nicht mehr erreichen. Das macht deutlich, wie stark sich mit der Neustrukturierung des Lebenslaufs auch der Charakter des bisher wichtigsten Lebensabschnitts gewandelt hat (BeckGernsheim/Beck 2005). Der Übergang in das Erwachsenenalter vollzieht sich bei der Mehrheit der Bevölkerung heute zwischen dem 25. und dem 30. Lebensjahr. Er bringt erhebliche Anforderungen an die Selbstorganisation mit sich. Das Erwachsenenalter ist von den unsicheren ökonomischen Ausgangsbedingungen der letzten Jahrzehnte nicht unberührt geblieben. Große Herausforderungen für das Biografie-Management in der Lebensphase des Erwachsenseins liegen heute in den unterbrochenen oder sogar abgebrochenen Berufslaufbahnen, die in Zeiten von Massenarbeitslosigkeit immer mehr erwachsene Berufstätige betreffen. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit zur beruflichen Umschulung, zum Arbeitsplatzwechsel sowie zur Weiterbildung und Fortbildung im beruflichen Bereich – alles Anforderungen, die noch vor einer Generation untypisch waren. Ebenso wie im Jugendalter setzt auch im Erwachsenenalter jeder Übergang Umorganisationen und