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Ganz im Sinne der Vorstellung von Durkheim und interessanterweise ähnlich der Frankfurter Schule wird in enger Orientierung an der Psychoanalyse Sozialisation als schrittweise Übernahme der Verhaltensmaßstäbe des sozialen Systems in das psychische System verstanden. Sozialisation beginnt mit der psychischen Verinnerlichung von Impulsen der ersten Pflege- und Bezugspersonen, mit denen ein Kind in Beziehung tritt. Diese sozialen Objekte verweisen in ihren Rollen (Mutter, Vater, Bruder, Schwester, Erzieherin oder Erzieher usw.) jeweils auf das soziale und kulturelle Subsystem, in dem sie stehen (Mühlbauer 1980, S. 76). Im weiteren Verlauf des Lebens kommt es zu immer neuen Aneignungsprozessen normativer und sozialer Strukturen (Parsons 1968). Am Ende steht eine »gesellschaftsfähige Persönlichkeit« (Parsons 1951, S. 205). Die Theorie von Parsons erklärt Sozialisation also als eine gegenseitige »Durchdringung« (Interpenetration) der Systeme Organismus, Persönlichkeit und Gesellschaft. Diese Systeme pendeln sich im Verlauf ihrer Entwicklung jeweils auf bestimmte, mehr oder weniger stabile Gleichgewichtszustände ein. Ein solcher Zustand ist zum Beispiel dadurch gegeben, dass die kognitive und emotionale Orientierung eines Menschen sich in Übereinstimmung mit den Strukturen des sozialen Systems befindet, in dem die Erwartungen der kulturellen, politischen und ökonomischen Subsysteme institutionalisiert sind. Sozialisation ist demnach ein das Gleichgewicht aller beteiligten Systeme stabilisierender Prozess. »Denn durch die Verinnerlichung der Werte und Normen der Gesellschaft kommt es zu einer Abstimmung der Bedürfnisstruktur des Organismus, der Persönlichkeitsstruktur und der Sozialstruktur der Gesellschaft. Die Bedürfnisstruktur stellt Bedürfnisdispositionen nach der Verinnerlichung der Wertorientierungen als eine Art Spiegelbild der